CHEFDENKER, SELFMADE MILLIONAIRES,
SUPERFREUNDE - 02.04.2004 Engelshof, Köln-Porz
Jau! So sollet sein!
Denn: Wenn man dann endlich - so wie man es immer wollte - jedes Wochenende mit seiner Band in einem anderen Kaff spielen kann, dann verpasst man schlicht und ergreifend die ganzen Partys zu Hause von und mit seinen Freunden, Bekannten und Saufkumpanen. Auf die Dauer sauärgerlich!
Aaaber: Wenn die Saufkumpanen alle eben um die Ecke flitzen und vorbeikommen, dann, jaaa dann kann das ALLES! Und da Köln-Porz nun mal der Nabel der Welt ist, und sämtliche Straßen eh dorthin führen, sind am heutigen Abend auch alle da. Herrlich!
Sogar der Fö, der Chrü und dat Carolita, DELIKATen aus Berlin (auus Berlin), beehren den PORZER Engelshof mit ihrer geschätzten Anwesenheit, und die roten Porno-Gehhülsen von dat Carolitta rocken locker alles
wech.
Aber vorher muss unser neuer Bandbus (gib an!) als Kutsche für alles herhalten, und der Thomas kriegt einen Anfall, weil zwar irgendein Schlagzeug an Land ist, aber sein ganzes Bier weggesoffen ist. Kein Wunder, mit dem Fahrer-Frank und den SUPERFREUNDEN als Fahrgäste. N-Neiß (der Asi) heute mit wunderhübschem Iro und Fotzenerich auf der Oberlippe. Verfeinert seine erotische Aura noch mal um einiges. Alles und jeder trifft ein, sogar Bäni und Burn (DIE THE ATOMAREN ÜBERMENSCHEN), große Teile der TURBOJUGEND AGGERTAL, darunter die THREE AGAINST GRAVITY-Jungs, die Belegschaft von SKUM, die Caro von LILI (während die anderen Damen wahrscheinlich wieder irgendwo rumlähmen!) usw., und im Kollektiv schießen sich alle unglaublich ab, nur ich kann ja nich, muss ja gleich noch spielen, HASS! Mir wäre es eh lieber, das wir als erstes spielen, weil die SUPERFREUNDE nur zur Hochform auflaufen können, wenn N-Neiß (der Asi) beim Spielen vom Hocker fällt. Ist ja allseits bekannt. Aber die spielen als erstes. Scheiße. Naja, der kleine Engelshof ist gut voll, und fünf Minuten (!) vor Beginn der SUPERFREUNDE-Supershow der Superlative sehe ich Metal Berten (den Clown) zu, wie er dem Bassisten Husi die Songs beibringt. Naja, beibringen ist vielleicht übertrieben: Er gibt ihm einen kleinen Einblick in die paar Tönchen, die er spielen soll. Metal Berten (der Clown): "Ja, dann spielste hier A, D, H, E." Husi: "Wie?" Metal Berten (der Clown): "Egal. Und beim nächsten Stück spielste das genau umgekehrt." Husi (durcheinander): "Wo?" Metal Berten (der Clown): "Ach, das klappt schon."
Die beim Soundcheck gerissene Gitarrensaite wird natürlich nicht ersetzt, denn noch während des Soundchecks bemerkte Metal Berten (der Clown): "Ey, die brauch ich ja gar nich´ (freu)".
Gut, SUPERFREUNDE, gö. Husi in feiner, rosa Jacke, die von allen Seiten abgefeiert wird, und die Jungs legen los - mit der Zugabe. Artig alles mit 1,2,3,4 angezählt, wie sich das gehört, von Bauer Bühl, dem Bauern, der wieder schick in BH und Strumpfhose auftrumpft (Original-Zitat dazu von N-Neiß dem Asi: "Würde mir auch auf den Sack gehen, wenn ich in so bescheuerten Klamotten da vorne rumstehen müsste!") N-Neiß (der Asi) legt wieder unglaublich viel Wert auf guten Sound und einwandfreies Equipment, wie die letzten Fetzen seines Beckens eindrucksvoll beweisen. Die Jungs reißen artig ihre ganzen Überhits runter, und bekommen zum Dank in fast jeder Pause ihren "Superfreunde kann niemand trennen"-Chor. Sogar Leute, die diese Band vorher nicht kannten, sind aufgrund der genialen Songs und der überaus tighten Darbietung und der politisch durchgehend korrekten Texte sofort hin und weg! Irgendwann stellt Husi seinen Bass mal weg, weil er den Song nicht kennt, und geht an die Theke und bestellt Bier. Metal Berten (der Clown) kriegt einen Arschtritt von Bauer Bühl (der Bauer), weil Metal Berten (der Clown) irgendeinen Einsatz verschabbelt hat. Richtig so, Bauer Bühl (der Bauer)! Beim ganz neuen Hit spielt N-Neiß (der Asi) Gitarre. Übrigens zum ersten Mal im Leben. Saugut! Toll! Und ganz ohne greifen! Und President Nope (THE NOPES) soll als Gastsänger das Alphabet singen, ganz so wie es auf dem Demo gemacht wurde, und kommt immerhin schon bis zum "C". Alle Achtung! Währenddessen erkläre ich einigen Anwesenden, das die SUPERFREUNDE ganz und gar nicht scheiße sind, sondern die genialste Band, die man sich vorstellen kann, und das WIR die deshalb auch überall mit hinschleppen. Und deshalb werden wir wohl auch in näherer Zukunft eine Split-EP über TRASH 2001 mit den mächtigen SUPERFREUNDEN rausbringen. Unsererseits wird zu erwarten sein, das wir zuckersüße Balladen im Dreivierteltakt über die SUPERFREUNDE tröten, und was die SUPERFREUNDE sich für die EP in ihrer endlosen Genialität ausdenken, wissen sie selber wahrscheinlich erst, wenn sie die Platte hören. Aber wie dem auch sei, SUPERFREUNDE wie immer Freunde, wie immer super.
Dann Umbaubier, danach dreckiger Straßen-Schabbels-Punk von den SELFMADE MILLIONAIRES (aus Köln-Porz!). Nach den SUPERFROINDEN kann man ja nur abstinken - könnte man meinen. Aber ein paar Gründe halten dagegen: Kajal bis zum Boden, und der Bass hängt noch tiefer, kurzes Röckchen der Sängerin, Iro, Ansagen wie: "Du hast gesagt, ich könnte die Nadel nehmen, die wäre nur einmal benutzt". Und Sascha, der Basser, pogt beim Spielen irgendwelche torkelnden Typen von sich weg, sieht geschmeidig aus. Und alle Freunde des gepflegten Asi-Hip Hops dürften wissen, das – wie aktuell bei SIDO zu bestaunen - nur ganz wenige ohne Reim auskommen dürfen, so wie die MLLIONAIRES: "Rancid gröhlend wanken wir nach Hause, machen nur zum Pinkeln Pause, den Heimweg finden wir zwar nicht mehr, doch irgendwie kommen wir trotzdem an." OK! Die Homepage www.Tellerwaescher.net zu empfehlen wäre sinnlos, da passiert seit dem ersten Tag nichts, aber das feiern die vier SELFMADE-Mädels und -Jungs ziemlich ab. Aber man kann ja mal probieren, sich für schmales Geld die CD per e-mail zu bestellen, unter band@tellerwaescher.net. Viel Glück dabei.
Jedenfalls hat Schlagzoigerin (und Veranstalterin) Natalje artig eine Sonnenbrille auf der Nase, und Gitarrist Achim (Stöckchen-Schwinger bei SUPERNICHTS, damals bei KNOCHENFABRIK) weiß, wo eine Gitarre zu hängen hat. Nämlich vor den Knien! Nun gut. Umbaubier, CHEFDENKER gö. Ich werfe mich geschmeidig auf einer Box in Pose, wo ich aufgrund von Platzmangel auch das ganze Konzert über nicht mehr runter kann. Macht nix, da unten is mir eh zu wild. Aber super Aussicht hier oben: Claus kriegt die ganze Zeit das Mikro in die Fresse, obwohl das Ding extra an der Decke hängt (!), und Frank, Bäni und sogar Jazz haben alle Hände voll zu tun, wenigstens einigermaßen die Leute davon abzuhalten, uns in die Klampfen zu fallen. Weil: Wenn kaputt - teuer = Kacke!
Aber sieht trotzdem geil aus und macht irre Spaß, wenn die Audienz so abgeht, aber es geht nichts über eine Bühne. Ist hier nicht, egal.
Blöd ist nur der dämliche Nagel in der Wand, der mir permanent in den Rücken sticht. Aua. Es ist brütend heiß und die Ansagen vom Claus wie immer tagelang ausgearbeitet und Wort für Wort auswendig gelernt: Bla Sütter Unfug Peitsch Mayong. Ich weiß auch nicht, ich muß jedes Mal dämlich grinsen, aber ich hab ja auch n Scheiß Humor. Und obendrein ist grinsen laut dem Herrn Bus-Hinfahrer-und-Bandbiertrinker Kremer verboten, weil es nicht cool aussieht. Soso. Matze hat es da hinten an der High-Tech-Schießbude schon geräumiger und die nötige Ruhe, während seinem Schlagzeug-Solo ungehemmt beim Bier trinken sinnloses Gekloppe von sich zu geben. Wie immer feiert das die Hälfte ab, der anderen Hälfte steht die Verständnislosigkeit im Gesicht geschrieben. Super Konzert, ganz weit vorne, Sound gleich Krach und alles ist im Lack! Und mit seinen Kumpels feiern ist nicht nur das Wichtigste sondern auch noch saugeil!
Beim Wegfahren des Busses schreit der Claus rum und vergisst sich bald, als eine dämliche Taxifahrerin stur die Einfahrt blockiert, weil sie es nicht einsehen will, das hinter dem Bus ein Hindernis steht, und der Bus deshalb nicht rückwärts fahren kann. Hm. Aber später beruhigt er sich wieder und tanzt als einziger auf das SUPERFREUNDE-Interview (!), das der MILLIONAIRES-Sascha konsequent durchlaufen lässt.
Jazz macht doch tatsächlich noch klar, das der Chrü seinen Flieger um keine-Ahnung-wie-früh nach Berlin bekommt. Und das, obwohl beide durchgemacht haben. Applaus. Ich würde gerne sehen, wie der schielend und stinkend vor dem Flugpersonal steht und denen begreiflich macht, das alles in Ordnung ist... Naja. Alles im Lack! Prost. |