CHEFDENKER, SUPERFREUNDE, KINDER VOM BAHNHOFSKLO, KASSE ACHT MARK - 03.01.2004 Bauer Bühl´s Bauernhof, Spelle
Leck mich verdammt noch mal am Arsch! Was ein Abend!
Die Tour ist ja wie gesagt vorbei, und wir machen uns auf nach Spelle, um dort "ein Jahr Superfreunde" mitzufeiern. Gefeiert wird standesgemäß auf dem Bauernhof von Bauer Bühl, dem Bauern. Obwohl das eigentlich so eine Art Privatparty werden soll, kommen an die hundert Leute und saufen prima mit. Als Ort des Geschehens hält die Garage her, von wo aus man direkt in die Küche spazieren kann. Wir dachten eigentlich, daß wir gar nicht spielen, oder höchstens ein paar SUPERFREUNDE-Hits. Naja, egal. Während die grandiosen KINDER VOM BAHNHOFSKLO ihren feinen Punkrock runterreißen sind wir schon gut breit. Dafür sind wir ja hier. Bei KASSE ACHT MARK ist Natti (hö) im siebten Himmel, weil die gemütlichen und harmlos aussehenden Nordlichter ausschließlich allerfeinsten Parolen-D-Punk covern, "Radikal", SLIME-Sachen usw. Claus muß noch eine kaum zu erkennende Version von "Fuck Off" mitsingen, artig mit Kippe. Dann sollen wir ran, was von uns spielen. Prima, ich wollte immer schon antesten wie es denn so ist, die Frickelei kackbreit zu spielen. Irgendwer macht mir ne Gitarre klar und ich bin heilfroh noch gerade auf dem Amp stehen zu können. Leckomat, breit zu spielen ist Streß pur! Da lobe ich mir noch die ÜBERMENSCHEN-Songs: Drei Akkorde, Ende. Und hier eier ich mir einen zurecht das hälste im Kopf nicht aus. Irgendwann spiele ich erst gar nicht mehr mit und trinke in Ruhe mein Bier. Claus bastelt sich "Punkrock-Kavalier" irgendwie neu zusammen, mir auch egal. Das Solo zur Ballade hab ich total vergessen. Naja. Zum Glück sind hier ja alle stramm, und zum Glück muß ich hier nix abbauen, ich krich ja kaum noch ohne Hilfe mein Bier auf.
Da zeigt es sich deutlich: Besoffen spielen bitte nur in Bands, die auch dafür da sind! Irgendwie spinnt auch noch das Scheiß Bodentreter-Gerät-Apparillo, so daß ich zwischenzeitlich mit irgendwelchen Banjo-Geräuschen spiele. Oder Klavier, oder Muhen von Kühen oder watt weiß ich. Himmel hilf. Nun gut, Spaß zu Ende, in Ruhe schütten. Einmal mehr mit Ruhm bekleckert. Dann die mächtigen SUPERFREUNDE. Heute ohne Motorrädchen, aber schick im Strapsen-Bühnenoutfit. Können natürlich wieder alles, ich kriege kaum noch was mit. Aber ich stehe genau daneben, als Neiß, der "Drummer", scheißebreit beim spielen vom Hocker fällt. Dabei motzt er sich selber aus: "Scheiße, Mann, bin ich voll!" Fußmaschine geht kaputt, kann ich auch nicht reparieren, er macht ohne weiter. Interessiert keine Sau mehr, alle gröhlen sich glücklich. Selten eine so große Kapelle gesehen. Gegen Ende hat Bauer Bühl, der Bauer, keinen Bock mehr und geht. Grandios! Dann noch kurz peinliche, besoffene Scheiße von uns in Form vom Überhit "Scherensong", wo der Frank noch am allerwenigsten auf die Kette kriegt und wahllos irgendwo Breaks setzt. Egal, alles super, alles geil, Elitepferd beeindruckt, jetzt wird RICHTIG gesoffen. Des Nächtens findet Neiß seinen eigenen scheiß Schlafsack nicht mehr, der genau neben ihm liegt, und klaut deshalb irgendwem anders die Decke, den er bei der Gelegenheit auch noch kräftig zusammenscheißt, als der die Decke wiederhaben will. Hö.
Unnötig zu erwähnen, das am nächsten Mittag am Frühstückstisch erst mal Frühschoppen gemacht wird. Dabei erzählt die Mitbewohnerin, die ausschließlich Metal hört, daß die Jungens am laufenden Meter in der Küche sitzen, und nicht nur ihre eigenen Songs abfeiern, sondern auch noch das eigene Interview. Und zwar so dermaßen oft, daß die Metallerin es schon lange gar nicht mehr hören kann, und selbst Bauer Bühl gibt zu, es "ziemlich oft" gehört zu haben. Die haben es verstanden! Muß aber witzig aussehen: Sie will doch nur in Ruhe ein bisschen ENTOMBED hören, aber die Jungens sehen das überhaupt nicht ein und lassen zur Abwechslung mal wieder ihr eigenes Interview laufen.
Bei der Gelegenheit hat sich die Idee zu einer Split-EP SUPERDENKER/CHEFFREUNDE beliebt gemacht. Würfeln, wer was spielt, und dann Musik der einen Kapelle mit Texten der anderen. Zum Beispiel der Refrain von "Punkrock-Kavalier": Bauer Bühl - unrasiert, Metal Berten - kotverschmiert. ...hm, oder so. Egal. Wenn demnächst SUPERNICHTS in Spelle mit den SUPERFREUNDEN spielen, dann sollten wir dabei sein. Das war ein schönes erstes Konzert im Jahr 2004! Kann ja gar nichts mehr schief gehen. Watt will ma machen? "Das ist hip, das ist modern, das wollen die Leute hören." Prost. |