| CHEFDENKER und SAUFPROBE - 05.11.05 Tuebingen, Epplehaus
So. Jedes Wochenende irgendwo spielen kann absolut alles! Tübingen. Mein Gott, was ein uriges, verschlafenes Nest, leck mich am Arsch! So richtig mit engen Gassen und grün/rot/blauen Häusern. Geschmack ist bekanntlich wenn man trotzdem lacht. Aber sogar hier stehen die Quotenatzen direkt gegenüber am Eingang vom Supermarkt und hauen sich die Hucke zu, nur um dabei ganz große Reden zu schwingen und Erkenntnisse von weltpolitischem Interesse zu gewinnen… Das Epplehaus hier müsste ja eigentlich Epplehäusle heißen, und statt Bier sollte es Wein geben, aber das sehen die saunetten Veranstalter nicht so furchtbar eng, die sogar hier oben im echt schnieken und un-asseligen Häusle wohnen. Lässig. Erstmal rennen wir rum und erzählen den Nietenjackenkollegen hier dass Alex tatsächlich mal bei HASS gespielt hat! Alex findet das aber scheiße, schämt sich in Grund und Boden und erzählt er hätte da nur mal ne Woche mitgeprobt. Hat keinen Bock auf Aufsehen. Watt? Warte Du mal ab bis wir zusammen auf einem GRAVE DIGGER-Konzert sind, da gibt es kein so billiges rausreden, da werden Autogramme geschrieben! Wo doch sogar die erste CHEFDENKER auf einer original GRAVE DIGGER-Box eingespielt wurde! Jaja. So. Der absolut obermächtige Axel von WIZO tanzt auch kurz an, geht dann aber schnell wieder nach Hause!? Och Gottchen. Da hat er mal die Chance eine Band zu sehen, die so ist, wie seine Band immer sein wollte, und dann läuft er weg… -legStirninFaltentundguckaufnFingernagel- Der scheiß süße Kremer hat schon wieder eine brillante Idee: „Heute hau ich mir mal den Arsch zu!“ Mann! Wie kommt der bloß immer auf sowas Gutes? Und schon geht’s los: Uppmaachen, reinschütten, dann uppmaachen und danach (Trommelwirbel): Reinschütten… Während die drei Jungs und das Iro-Schlagzeugermädel (das ohne weiteres SELFMADE MILLIONAIRES und FUCK A DUCK-Nathaaljes Schwester sein könnte) von SAUFPROBE (super Name!) ihren sehr straighten Pank runterdonnern, wirft sich Claus in Schale: Ein wirklich geschmackvolles, buntes Hemd in seltener Farbgebung, das ihm Thomas mal geschenkt hat. Man will ja schließlich auch ein bisschen repräsentieren! Die Schweschta kommt auch und fühlt sich irgendwie unwohl weil sie noch nie so viele „Irokesen“ auf einmal gesehen hat, weil sie ja sonst immer nur O-Ton mit so Muckibudentypen tanzen geht! Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied! Aber sie bringt die Fotos, die Caddy und Thomas mal beim morgendlichen uppmachen mit ihrem Fotoapparillo geschossen haben, wovon sie nix wusste: Thomas und Caddys behaarte Schwänze und Rosetten! Lecker! Ich schlage vor: Offizielles CHEFDENKER-Maskottchen Nummer 5: Schweschta! Ausm Schwohbnländle. Ein Typ, auch großartig, in so normalen Klamotten, kommt zum Merchstand, schon lattenbreit, lallt zusammenhangloses Zeug vor sich hin, kommt angeblich aus Bremen, lacht sich dabei checkig (?), kauft erst einen Button, nur um dann noch ein bisschen in der Gegend rumzutorkeln, dann eine Vinyl-Single zu kaufen, die er sich in die Innentasche seiner Jacke steckt (!), um dann vorne ein bisschen mit zu pogen. Glückwunsch! Klassenziel erreicht! Rakelputz ist auch wieder mit von der Partie. Und der hat echt ne Menge zu erzählen… Geil, schon wieder ausverkauft! Mit über 200 Leuten! Ey, für ne kleine Pissband ist das absolut super, freut mich! Echt jetz! Und vor allem find ich wirklich geil das hier so buntes Völkchen versammelt ist, und alle friedlich! Und hinten in der Ecke brüllt eine Horde ununterbrochen „vorwärts mit der APPD“. Aha! Politiker! Aber heißt die jetzt nicht offiziell Pogo-Partei?! Egal. So, wir CHEFDENKER aus Köln am Rhein, der Domstadt, wo HASS bestimmt auch schon mal gespielt haben, hier in Tübingen: Kupplung flitschen lassen und gö! Der Sound ist OK, auf der Bühne kann man prima n bisschen rumtitschen, und vor der Bühne läuft ein super Pogo, wo der schwere Musikerkollege von den KAWENZMÄNNERN alle zwei Sekunden irgendwen mit einer Hand vom Boden auffischt, aber dabei die ganze Zeit grinsend weiter tanzt und (wichtig!) genüsslich sein Bier süppelt! Der sollte das beruflich machen, Respekt! Natürlich stiefeln andauernd irgendwelche Leute ans Mikro, die selbstverständlich wichtige Sachen zu sagen haben, sowas wie „Grüne Haaaaaare, olééé´“, ach. Riesen Konzert, astreine Stimmung, da muss auch wieder die Kletterei an die Decke dabei sein. Hier über mir hängen wieder so Traversen, also dran hüpfen und mit einer Hand festhalten, und mit der anderen Hand ein Tappingsolo klarmachen. Hepp, uff, und fideldidüü und fideldida, hmm, klingt ja gar nicht so scheiße wie letztens. Aber immer noch kacke genuch! Hm. Da muss ich mir wohl wa watt anderes ausdenken. Egal, abfeiern lassen dafür, yeah, ichsinnetsellba, und weiter. Ein paar Songs später, während die Party immer noch in vollem Gange ist, und das Konzert jetzt schon eines der geilsten ist, kommt die göttliche Eingebung: Ich springe an diese scheiß Traverse, klemme meine Füße irgendwie oben in diese Verstrebungen, und lasse mich mit dem Kopf nach unten hängen (muss total bescheuert aussehen, wie Batman, nur in doof). Dann lasse ich mir meine Gitarre reichen und spiele das Intro. Hmm, nicht gut, dafür scheiße! Ist man halt nicht gewohnt so mitm Kopp nach unten zu spielen, is schon watt anderes! Aber aua aua aua, nach ein paar Sekunden fühlen sich meine Füße an als würden die so ganz langsam brechen, knirsch, knacks, scheiße tut datt weh! Schnell die Gitarre weg, die Füße irgendwie da oben rauspopeln, aua, und runter fallen lassen, zum Glück fangen die Leute mich auf, sonst würd ich mir noch den Hals hier brechen, verflucht. Endlich wieder Boden unter den Füßen, aber, jippie: Ich hab meinen Schuh verloren! Glanzvoll, Kollege. Und weiter! Claus will einmal aus dem Fenster brüllen, schmeißt die Gitarre weg, geht mit dem Mikro ein paar Meter durchs Publikum, macht das Fenster auf und brüllt wahllos irgendwelche Passanten an, die draußen grade mit ihrem Köter Gassi gehen: Aaaaah! Ich würde mich gerne daneben stellen und sinnlos dabei rumposen, wär doch n super Bild, aber da kommt der schon der Veranstalter und macht das Fenster wieder zu, von wegen Ruhestörung und so. Och, Manno! Ja, dann muss ich jetzt un-be-dingt in die Meute reinhüpfen, Gitarre weg, hepp, Kopfüber rein, jippie, von wegen Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh. Ein paar Leute halten mich fest, unter anderem der KAWENZMÄNNER-Aufpasser, und der fragt mich, praktisch so nebenbei, während meine Füße so in der Luft stehen: „… … …und jetzt?“. Und ich so: „…na, keine Ahnung.“ Spektakulär! Echt. Aber immerhin alles auf Film gebannt. Und wieder weiter, noch ein Bierchen, noch ein Song, und der mittlerweile lattenstramme Frank steht im Publikum und filmt was ihm grade so vor die Linse kommt, und ein Musikerkollege mit Iro aufm Kopp nimmt mich auf die Schulter, yeah yeah yeah, Rockshow ahoi! Ey, wenn man da oben so ohne Halt auf den Schultern von nem besoffenen Unbekannten sitzt, der auch noch unbedingt dabei tanzen muss (!), wackel, torkel, dann wünscht man sich echt schon manchmal Bäcker geworden zu sein, aber ehrlich! Naja, watt Thomas und Alex die ganze Zeit veranstalten, davon krieg ich nich viel mit, außer datt die schwer amüsiert aussehen, wahrscheinlich nicht zuletzt weil es Bier in endlosen Mengen gibt, lecker Tannenzäpfle (-le!), und Claus am Ende wieder alleine seine akustischen Rausschmeißer schmettert. Schmettert schmettert popettert. Pank is wenn Akustischrausschmeißer! Ja, alles total geil, Konzert Ende, kommt mal locker unter die Top 15, es wird noch friedlich gesoffen wie bescheuert, wovon Caro und ich nicht viel mitkriegen, weil wir dafür sorgen müssen, dass ich mir beim ficken den Fuß an einer Heizung stoße, und mir dabei den halben Zehnagel aus dem kleinen Zeh reiße! Äh, igitt! Und noch mal aua! Heut hab ich et aber auch mitte Füße. Am Morgen gibt es ein klasse Frühstück, supernett und korrekt, geile Veranstalter, die noch betonen dass gerne jedes Konzert so ausgelassen und friedlich und vor allem so ausverkauft stattfinden darf! Freut uns als Band natürlich wenn wir so lässiges Publikum ansprechen, und keine unnötigen Aggro-Hohlfritten!! Ja, auf der ewig langen Rückfahrt gibt der Alex, der durchgemacht hat und auf einer Privatparty in der Nähe noch Schnäpperken gefegt hat (was man auch deutlich sieht und riecht), noch ein paar Erstliga-Anekdoten zum Besten, wo ich mich wegklappen könnte, zum Beispiel LOKALMATADORE: Wenn Alex die LOKALEN für ein Konzert bucht, dann fragt der Sänger Fish immer ernsthaft, ob et denn da auch ne Bushaltestelle gibt. Naaaja. Thomas kriegt davon aber nix mit. Der macht upp. Wie von der Tarantel gestochen! Der obligatorische Rückfahr-Kasten muss ja weg, wird sonst schlecht! Alles geil, supergeschmeidiges Wochenende, beide Konzerte ausverkauft, friedliche Leute, super Party, alles entspannt – ausgezeichnet! Besser geht’s kaum! Und demnäxt hoffentlich mal mit Alex´ MOFAGANG und selbstverständlich auch mit HASS! CHEFDENKER und HASS – was ein mächtiges Politpank-Schunkel-Package! LILI noch dabei und die DREI BESOFFSKIS, fehlt nur noch DICKE BLAH aus Holland: Genial! Ich schlag vor beim 100. Konzert müssen wir mal eine Top Ten der besten Konzerte, Veranstalter und Pillemänner veröffentlichen! Ja und wenn wer Fotos hat: Herschicken! Gibt auch ma Bier beim Konzert! Prost. KOLLEGE 11/05 |