CHEFDENKER, PASCOW, DUC, KARMA KOLA - 06.12.2003 AJZ, Bielefeld
Nikolaus. Auf der Fahrt nach Bielefeld besorgt jeder ein Wichtelgeschenk. Nur ich hab keins. Meine Tittenzeitung liest ja schon jeder vorher. Na ja, wie war das mit der Sonne? Scheint nitt jeden Tach. Natürlich sind Sascha und Natti (hö) begeistert darüber, daß die Tankstelle die "Sexy" hat. Denn seit in einer Ausgabe als Beilage die "Taschen-Muschi" enthalten war, sind wir begeisterte Fans. Die "Taschen-Muschi" muß man sich wie eine kleine Plastiktüte vorstellen, aber mit einer doppelten Wand. Dort hinein füllt man nun Wasser und hat mächtig Spaß - auch für unterwegs. Kann alles! Unglaublich grandios!
Nun gut, in Bielefeld erwartet uns ein recht großes, mit einem ebenso großen Team ausgestattetes AJZ, das über und über mit Plakaten und politisch motivierten Transparenten vollgehangen ist. 1a Pennplätze, Klasse essen, super Anlage, und die Mischer entschuldigen sich sogar dafür, daß sie vorher gesagt haben, in einer halben Stunde wäre Soundcheck, obwohl es ein paar Minuten länger gedauert hat. Ist doch weiß Gott nicht schlimm! Soll nur heißen: Unglaublich nette Leute da! Ich weiß, ist ja fast überall der Fall, schreibe ich auch in jedem Bericht, aber das da ist eine Liga für sich! Unser Kindermädchen für heute, Jimmy, im übrigen der geduldigste Mensch wo gibt, ist über alles bestens informiert und feiert auch ganz nebenbei die Tourberichte ab (Hallo!). Von der zweiten Band sehe ich leider nicht viel, weil der Müdigkeitseinbruch anklopft. Nur Literweise Kaffee retten mich. Aber einen Blick riskiere ich und bekomme relativ entspannten (Punk-)Rock geboten. Mit einem der Herren Musiker unterhalte ich mich hinterher, und der sagt, sie waren heute musikalisch nicht so gut... Beim Bandwichteln KARMADENKER und CHEFKOLA wechseln allerhand wichtige Utensilien den Besitzer: Armreifen, Auto-Tanz-Elvisse, ein Kinderschlagzeug und weiß der Geier was. Ein Typ erzählt unserer Merch-Dame des öfteren, daß sie doch scharf aussieht, und will wissen, wie sie das macht. Sie antwortet, daß sie einen Rock trägt, und daß er das nur sagt, weil er besoffen ist. Bisschen später kommt er mit der selben Meinung wieder und behauptet, er sei jetzt ausgenüchtert... PASCOW treten mal wieder mächtig, mächtig Arsch. Tiefe Gitarren, Schweiß, Rumhüpperei und Geschrei. Geil! Geil! Kein Firlefanz, Turbo rein, alles geil. Ich könnte wetten, daß bei uns keine Sau mehr da ist, weil es doch schon bald zwei Uhr Nachts ist. Aber falsch gedacht! Zähes Publikum, Respekt. All right. Ich glaube, hier bekommen wir einen guten Eindruck davon, was demnächst sowas wie unser "Stammpublikum" sein wird, nämlich großteils harmlos und normal aussehende, halbwegs erwachsene Leute, die aber ein seltsames Verhalten an den Tag legen: Ein Typ sitzt hinter dem Geschehen auf dem Boden, und hat vor sich ein Kerzlein brennen, das er die ganze Zeit anstarrt. Ein Typ unterhält sich die ganze Zeit mit dem Stützpfeiler. Ein Mädel will die ganze Zeit, daß sich endlich einer auszieht, weil sie, wie sie sagt, schließlich bezahlt hat. Beim Konzert selber steht einer vor mir, und imitiert fortwährend die Zeigefinger-Leute, und tut so, als würde er den Finger nicht mehr unter Kontrolle kriegen. Ein anderer kriecht zu mir auf die Bühne und beißt mir ins Bein. Später schubst er mich beinahe nach hinten von der Box (Richtig Scheiße!!), weil er unbedingt meine Gitarrensaiten ablecken muss. An und für sich löblich, aber doch bitte nicht während den Stücken! Außerdem wäre es nett, nicht so viel zu sabbern. Irgendwann fängt er sogar an zu nerven, als er mir das tausendste Mal in die Gitarre greift. Zum Glück hat sich ein netter Kerl erbarmt, und ihn weggetragen. Ansonsten lebt der Matze soundtechnisch da hinten am Schlagzeug in seiner eigenen Welt, und Claus muß sich jedes Mal zum Gitarre stimmen von Jedenfalls schon wieder ein Riesenspaß, alles geil! Als nach dem Ende noch Leute ein paar Zugaben haben wollen, bietet Claus ein 15-Minütiges Gitarrensolo an. Ein Typ: "Sag dem Mal, daß wir hier schon ganz andere Sachen abgefeiert haben!" Noch kurz ein Weihnachtslied vom Claus per Gitarre, Ende. Später findet sich im Gästebuch jemand, der die Rumposerei übertrieben fand. Na also, geht doch! Beim prolligen Autogramme schreiben hinterher feiern die Leute unsere gemalten Pimmel neben den Unterschriften ab (!!?). Einer fragt den Claus, warum wir nicht weiterspielen. Claus antwortet, daß keine Pyro mehr da ist. Der Typ antwortet, er hätte da noch eine Kerze... Wir haben tatsächlich, neben T-Shirts (die man im übrigen auch hier auf unserer Seite....) auch zwei handsignierte Christbaumkugeln VERKAUFT! Als Merch! Fantastisch! Und noch eine Saufgeschichte (...gähn...): Wir machen kräftig upp, unser Anhang musste nach Hause fahren, alle hoch in den Schlafraum, MIT Kinderschlagzeug. Fehler. Alle trommeln, aber ich trommel mich glücklich. Auch, als alle schon schlafen wollen. Dafür werde ich kurz ausgesperrt. Ich finde keinen warmen Pennplatz, außer den Vorraum zur Kreissparkasse, friere mir die Eier ab und bin arg ungehalten und sehe mich deshalb gezwungen, dafür das Kinder-Schlagzeug geschmeidig zu Kleinholz zu verarbeiten. Wie man das halt als Rockstar so macht... Am nächsten Morgen gibt es wieder ein ganz dickes Frühstück mit allem drum und dran, und wir werden auf eine Runde Fußball eingeladen. An sich gerne, aber wir müssen ja nach Hause, uppmaachn. Bielefeld: Saugeil, auch hierhin kommen wir gerne wieder!
Außerdem habe ich mit Absicht beide Tage ohne Kajal gespielt. Hmm, klingt besser mit! Und macht sexier!
Ab nach Hause, währenddessen schon vorglühen, um dann beim Sascha und der Natti (hö) einen über den Durst zu trinken und "Sex mit Kommissar Rex" von "Contra D" abzufeiern. Dafür kommt demnächst ein Tribute-Sampler raus! Und der elegant aufgehangene Duschvorhang kann ebenfalls alles. Schabbel. Die nächsten Tage nimm ich mir frei, Prost! |