CHEFDENKER, MATULA und PARANOYA - 08.10.04 AZ, Mülheim
Geil! Auf in die Heimat der mächtigen LOKALMATODORE. Un watt is jetz mit die Fickerei?
Heute trinke ich mal nichts, soll heißen ich mache nicht upp, während Thomas sofort schon auf dem Hinweg im Bus loslegt. Frank bleibt ebenfalls nüchtern und macht den Rückfahrarsch, und Köbisch mimt die besoffene Bandnutte. Jazz fehlt sträflichst und aus niederen Beweggründen, da ist die erste Abmahnung natürlich schon automatisch im Briefkasten. Nichtsdestotrotz feiern wir heute unser fünfzigstes Konzert, Glückwunsch an uns sellba! Da habe ich in nicht mal zwei Jahren CHEFDENKER so viele Konzerte gespielt wie in zehn Jahren Möchtegern-Musikerdasein davor. Dakammanichmeckern.
So, geiler Schuppen, gutes Essen, und ich setze mich an den Merchstand und lerne da den Nils kennen, den Basser von der Überkapelle SS-KALIERT, Lieblingsband von Nazi-Neiß (der Asi), alles klar? Tatsächlich ein netter Kerl, und der erzählt, das der mächtige Wölfi von den KASSIERERN die mal gesehen hat, und die danach unbedingt bei sich auf dem Label haben wollte! Ich schmeiß mich fott!
Die Hütte füllt sich mit meinetwegen gut 100 Leuten, und aus dem Nichts kommt irgendein Typ an den Merchstand und fragt schlecht gelaunt wo denn die Bütterken sind! Ich antworte, das unsere Mercherin heute nicht dabei ist und es heute keine belegten Brote gibt. Direkt ist der Typ doppelt angepisst, dreht sich rum, brüllt "Scheiße" und ist weg... Zusammen mit dem Iro-Kollegen, der überall dabei ist und Anstecker und so Kram verkauft, wird überlegt, warum die Leute lieber T-Shirts und Platten bei ebay kaufen, und dafür unnötig viel Geld bezahlen, anstatt direkt bei den Bands zu bestellen, wo es ja wesentlich günstiger ist... Wir finden aber keine plausible Antwort. Naja. Die Rilbfhpa.de-Chaoten rücken auch an, uppjemacht bis hinten gegen, und Maks drückt mir einen von seinen besten Freunden in die Hand, ein lecker Traugott-Simon. Hach Mann, da kann man ja schlecht nein sagen, Prost! Hm, lecker! Nebenbei kippen die sich das Bier über die Köppe, einfach so, sinnlos, und ich darf tollerweise auch was abkriegen. Och nöö, Junx. Die erste Band PARANOYA legt los und beeindruckt mit einem recht fähigen Schlagzeuger, der diesen flotten Punk-Kram ziemlich geschmeidig runterasselt. Inzwischen ist auch das Allerwelts-Bandmaskottchen eingetroffen, mit vollem Namen "Saskia aus Sprockhövel" (!), und bettelt standesgemäß um Einlass ohne bezahlen. Gar nicht so schlecht für jemanden ohne Iro oder Köter! Matula kriege ich wegen Merch machen nicht mit, und dann spielen wir lustigen "DIE DIE LIEBER PUR WÄREN" auf! Heute versucht der Claus mit sexy schwarzem Seidenhemd Matzes engem Höschen Konkurrenz zu machen, bleibt aber letzendlich chancenlos, die weiblichen Blicke richten sich auf den Bereich hinterm Schlagzeug. Vielleicht sogar der ein oder andere Männliche. Man weiß es nicht genau. Und um weiterhin beim ungemein wichtigen Thema Wäsche zu bleiben: Vielleicht ist ja heute mal wer so nett und wirft uns standesgemäß BHs auf die Bühne, praktisch als Geschenk zum fünfzigsten. Oder so. Bier gibt es für uns auch weiterhin in die Fresse, und die Monitorbox bleibt dadurch auch wunderbar rutschig, so dass ich mir jedesmal beim hochklettern fast die Haxen breche. In den ersten Reihen wird wunderbar der Kasper rausgehalten und rumgetanzt und all sowatt, und von hinten wird halt entspannt gegafft, und gewürzt wird die ganze Sache von einer 1A-Tanzeinlage von zwei Typen, die sich bei der Ballade von der Single extra auf die Bühne bemühen, um ihre Astralkörper auch ja der gesamten Audizenz präsentieren zu können. Geil, Applaus! Ansonsten sind wir selbstredend die Allergeilsten, machen unsere Sache sowas von saugeschmeidig, das man es im Kopf nicht aushält, und lassen uns gönnerhaft dazu herab, auch hier, in der grünen Lunge des Ruhrpotts, wie es so schön heißt, sechs neue Stücke zu präsentieren. Natürlich sind alle unglaublich beeindruckt, und kaum einer kriegt den Mund wieder zu, in erster Linie, weil ja irgendwo das Bier rein muss. Und trotzdem bleiben die BHs auch heute aus. Mist. Aber alles geil, sehr spaßiges Konzert ohne überragende Zwischenfälle vorbei. Muss ja auch mal sein. Prost. |