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CHEFDENKER - 20.06.09 Neubrandenburg, Festival
Ja, wenn man im Bus durch die Gegend gondelt, dann kommt man nicht an den Raststätten und den Werbungen für Kamine vorbei. Warum zur Hölle auch immer man an Raststätten Werbung für Kamine machen muss. Scheißegal.
Jetzt, wo ich immer im ICE sitze, komme ich nicht an diesen wahnsinnig spannenden ICE-Zeitungen vorbei. Mensch, also da gehts echt rund! Irgendwo schweißt einer Schrott zusammen, stellt den geschweißten Schrott neben ein paar Bäume und verlangt Eintritt. Klappt! Die feine ICE-Gesellschaft zahlt. Für Schrott neben Bäumen. Und nicht grad wenig.
Außerdem muss man - wer hätte es gedacht - mit dem ICE in die Pampa fahren, um den Schrott bezahlen und sehen zu dürfen.
Ja, damit hat man im Kern auch schon den Sinn und Unsinn einer Punkrockband zusammengefasst!
Wochenende in die Tonne kloppen, stundenlang irgendwo hin fahren, mit ein bisschen Glück mit permanentem Baby-Geschrei einen Sitz hinter seinem Ohr, geil, um dann seinen Schrott auf die Bühne zu bringen.
Heute hat Matze aua Hand, also springt Alex wieder ein. Alex Schwers, Veranstalter vom Punk im Pott, Schlagzeuger von EISENPIMMEL, damals bei HASS, bei der Original-Line-Up-Band von GRAVE DIGGER, Rebellion on my mind, und als absolute Erfüllung seiner musikalischen Laufbahn und als Non plus Ultra seiner persönlichen Ziele im Leben Ersatzschlagzeuger von CHEFDENKER.
Ordnungsgemäß hat er sich die Platte ewig nicht mehr angehört und wird per Blindflug versuchen die Stücke in irgendeiner Form zu imitieren. Da macht er sich das Schrott-im-Wald-Prinzip zu Nutze, in der Hoffnung das niemand weiß, wie der Schrott denn wirklich aussehen beziehungsweise sich anhören soll. Oller Profi!
Burn ist mit, zum Spaß, macht einen anständigen Backliner-Job, da kann der Kremer sich aber mal ne Scheibe von abschneiden, aber auch Burn wird, ich nehme es vorweg, professionelle Null Punkte mit nach Hause nehmen. Unverschämt.
Ja, geiles Festival, alles entspannt, nur dummerweise sind in der Nähe noch zwei weitere Veranstaltungen. Schade, aber nich schlimm, Schimmel und seine Jungs ziehen hier ein super Festival hoch!
Also wenn mal ein "Schimmel" aus Neubrandenburg durchklingelt, auf jeden Fall als Band der Konzertanfrage zusagen!
Ja, Burn baggert was das Zeug hält - erfolglos.
Irgendwann sind wir dran, ziehen wie immer eine hochprofessionelle Supershow durch, mit Ansagen während den Stücken an den Schlagzeuger wie es weitergeht, toll, denn Rock´n´Roll darf auch in der Zeit nach KNOCHENFABRIK weiterhin keine Dienstleistung sein.
Oh Gott, mit der Ausrede "Punk" geht immer alles. In gediegenen ICE-Kreisen nennt man das später dann "Kunst".
Macht wie immer Riesenspaß! Auch wenn ich in manchen Gesichtern lese: "Mann, was soll das? Is ja gar nich gegen Bullen!"
Alles scheißegal, alles super, macht Spaß, und am Ende lassen wir uns schön Schülerbandmäßig noch dazu hinreißen doch noch einen letzten zu spielen, und? Mein Boden-Stimmgerät ist weg. Geklaut. Einfach so. Mir unter der Nase weg.
Ich frag noch nett rund, haha, genug Spaß jetzt, her mit dem teuren Ding. Aber nö. Weg.
Weg ist weg, watt fott is is fott.
Zum ausrasten, aber ich finds eher lässig, da klauste vor den Augen von allen dem Musiker (naja) seinen teuren Scheiß unter den Füßen weg! Na, datt lass aber mal keinen sehen, datt is nich grad datt gesündeste watte Dir antun kannst, mein Freund!!
Musikerkollege von der anderen Band meinte, wenn er das gesehen hätte, hätte er ihn sich mal kurz "genommen", und deutet einen Kopf auf seinem Knie an.
Nun gut.
Superliebes Essen stellen die uns dahin, auch wenn ganz ohne Fleisch, und nur Burn zeigt genügend Anstand ununterbrochen darüber abzukotzen was das soll, kein Fleisch, bäh und so.
Thomas und so ein schwerer, 20-jähriger Oi-Kollege kommen erst gar nicht von der Schnapstheke weg, noch einen, und T-Shirt-Tausch, und noch einen auf den Schreck, und so weiter, bis die zwei ihre kompletten Klamotten, bis hin zur Unterhose getauscht haben, und noch einen, jippie. Sieht auch geil aus: Der Riesentyp mit Thomas´ Klamotten, die an seinem Körper bis zum zerreißen gespannt sind, und Thomas in so halben Zelten, wobei wir da glaube ich seinen neuen Stil gefunden haben, so Shirts mit abgerissenen Bündchen und Ärmeln, in dem Outfit winkt die Beförderung seiner Arbeitsstelle förmlich schon von Köln hier nach Neubrandenburg rüber!
Der arme Schimmel muss noch ewig warten bevor die "Kindergartentruppe Chefdenker" endlich soweit ist sich ins Schlafgemach fahren zu lassen.
Ich so zum Schimmel, nachdem der da ewig wartet: "Ey Schimmel, dauert das bei anderen Bands auch immer so lange?"
Schimmel, Garfield-Blick, völlig verständnislos: "Nein."
Das wichtigste ist, wenn sich endlich zwei oder drei Leute zusammenfinden um Richtung Auto zu gehen, dass einer immer nochmal sagen muss: "Ich geh nochmal gucken!" Dann sofort rumdrehen und irgendwo im dunkeln verschwinden.
Wenn am Schluss nur noch einer fehlt, muss unbedingt jemand - am besten der Besoffenste - sagen: "Ich geh den mal suchen." Rumdrehen zurück.
So ist nochmal zwei, drei Stündchen Spaß garantiert!
Und falls es doch mal zu rund laufen sollte, weil Thomas ja langsam mal Haja machen muss um seine geschätzten sechs Promille bis in fünf Stunden auszunüchtern, weil er gleich 700 km nach Hause fahren muss, dann gibt es ja immer noch einen Saufgast aka Backliner, der rumkacken kann: "Es will noch niemand nach Hause außer dir book book..."
Ja, Pennplätze = ultrageschmeidig! Frühstück gibts auch noch, kann alles!
AJZ Neubrandenburg: Sehr geil!
Schimmel muss wieder Chauffeur spielen, vom Schlafgemach zum Bandbus, und beim warten versuche ich Alex noch zu erklären, dass es lustig ist, wenn so ein stinknormaler Familienpapi wie er in so Knüppel-D-Punk-Bands spielt, gegen Deutschland und Mollies gegen Bullen und der ganze bescheuerte Käse. Wir stehen also draußen, die Sonne scheint, im Hintergrund ist ein Kinderspielplatz wo Kinderchens spielen, Alex steht da mit den Händen in der Tasche und seinem Kiss-Shirt und sagt: "Och, ich bin schon so n bisschen anarchistisch."
Ich sage, dass ich das jetzt so "knuffig" finde, das ich davon ein Foto machen muss. Klick.
Der so n bisschen anarchistische HASS-Alex lächelt.
Ein Abziehbild des durchschnittlichen D-Punkers!
Pank muss endlich wieder so n bisschen anarchistisch sein.
Ah, herrlich.
Schließen möchte ich den Bericht mit der unbeschreiblich wichtigen Information, dass wir uns an dem Wochenende überlegt haben, eine neue Band zu gründen mit der Laura und der Verena von den PARASITEN! Unter der Voraussetzung bei jedem Konzert "Hansa-Dosenbier" und "Fußball" zu spielen!
Ich geh jetzt abwechselnd die neue K.I.Z. und die "Vulgar Display of Power" von PANTERA hören.
PS: 3x geblitzt aufm Rückweg ... Bandkasse. Kein Ackt.
KOLLEGE 07/09
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