CHEFDENKER, PASCOW, LAX, REDASMONKEY - 10.04.2004 DGH, Eiweiler
Eiweiler, das liegt mitten im nirgendwo und dürfte in etwa so groß sein wie mein
Heimatkaff, deshalb fühle ich mich auch sauwohl! Nette Bewirtung und
Kreissparkassen-Werbung an der Wand des DGH (Dorfgemeinschaftshaus!).
Yeah. Es traben 350 Leute an, die meisten davon sind nette
Dorfpunk-Kiddies mit überzeugendem Styling (Stiefel, Baggys,
Schlabberiro!) und LAX fangen an. Die machen Brüll-und-Knüppelmetal,
ziemlich cool, und vor allem der Sänger hat eine geile, Phil
Anselmomäßige Stimme, und die Flying V und die BC Rich passen wie die
Faust aufs Auge! Geil!
Später fangen wir an. Der Sound (zumindest auf der Bühne) ist mit Abstand das Schlimmste, was man anbieten kann, als Krönung spielen wir uns noch komplette Scheiße zusammen und entsprechend gelangweilt bis ratlos gucken uns die Leute an. Naja, im Notfall ist ja immer der Schiri schuld. Komisches Konzert.
Egal, aber die Rumposerei kommt wohl direkt doppelt lächerlich rüber,
weil sich zwei Typen überhaupt nicht mehr einkriegen und sogar vor mir
auf die Knie gehen und mich anbeten (die haben es verstanden, möchte ich
mal behaupten!).
Einer will mich auf einer Box sehen. OK, ich klettere also wie ein Äffchen auf die Box, habe aber zu wenig Platz bis zur Decke, um mich zu stellen oder hinzuhocken, und kauere da oben wie der letzte Vollhonk schief eingeklemmt zwischen Box und Decke und soliere mir einen zurecht. Toll, Alter! Bei einer Ansage meint Claus, das er die schlechte Stimmung ändern kann, und brüllt "Filmriss Filmriss" und "Grüne Haare Grüne Haare", und sofort stimmen alle mit ein und freuen sich n Ast. Spielen wir natürlich (wie immer) nicht, hö. Es ist brütend heiß auf der Bühne, der Kreislauf bedankt sich, aber dafür schwitzen wie die Schweine, was natürlich sexy aussieht, und wahrscheinlich nur deshalb tanzen wieder ein paar Mädels. Immer schön zu sehen! Naja, alles in allem haben wir uns auch hier wieder nicht mit Ruhm bekleckert, lassen uns aber hinterher sagen, das es doch ziemlich OK war. Na gut, wie auch immer. Dann PASCOW, immer wieder eine wahre Freude! Erst mal sind die Jungs schwer in Ordnung, und obendrein noch eine geile Liveband mit cooler Show und durchweg schnellen Rotzrocksongs! Die haben heute Abend hier Heimspiel und entsprechend gehen die Leute ab als gäbe es keinen Morgen, brüllen alle Texte mit, kippen Bier in der Gegend rum, schupsen den Sänger vom Mikro weg um selber zu gröhlen während der Basser seine Klampfe förmlich über den Boden schleift und der Gitarrist breitbeinig die Gitarre senkrecht hält! DIE haben das Prinzip verstanden! Zurecht werden ewig viele Zugaben gefordert, ein Song vom Sänger der MOTONAUTICS gesungen, und der Schlagzeuger drischt auf sein Kit ein als würde er es umbringen wollen: Geil! Geil! Geil! Dieser Schlagzeuger schreit am Ende auch noch einen Song (während der Sänger Schlagzeug spielt) und schmeißt den Mikroständer gegen die Boxen um sich dann heiser zu brüllen! Geil! Zurecht Headliner, zurecht abgefeiert wie selten eine Band, Daumen hoch! Danach wird noch lange sehr friedlich weitergefeiert, und alles ist im Lack, außer das wir schon wieder das Problemchen haben, das wir unsere Klamotten sicherheitshalber doch noch entgegen der Absprache in unseren Pennraum buckeln müssen. Na ja, egal, sonst aber alles sehr geschmeidig! Uppmachen, sauwitzige Pachty, die Hälfte der Belegschaft pennt im PASCOW-Proberaum, Abend Ende. Außerdem vertreiben wir uns die Zeit mit der ganz großen Show "Kunst am Ei"! Da hat sich so ein netter, verstrahlter Opa beim Aldi einen weißen Pavillon jekooft, und sitzt da drin, vor seinem Tisch, wo ausschließlich weiße, ausgeblasene Eier draufliegen, die er in gotischer Schrift bepinselt! Kein Scheiß! "Frohe Ostern wünscht Bianca" zum Beispiel. Die Eier kann man auch für fünf Euro am Stab kaufen! GRANDIOS!! Dem coolen Typen zu Ehren halten wir die nächsten Tage konsequent unser imaginäres Ei am Stab hoch. Und weiter ins übermächtige Trier... Prost! |