CHEFDENKER, DELIKAT und PAPAJAJUICE ADDICTS - 10.09.2004 AK 47, Düsseldorf

Was gibt es besseres, als in der geilsten Band der Welt zu spielen, mit Typen, die Eier haben, hart wie Kruppstahl und groß wie Melonen? Richtig: Nichts. Außer vielleicht eine Pulle Korn für starke vier Euro. Die werde ich heute irgendwem einflößen, und ihm damit einen Abend bescheren, den er sich später nur noch erzählen lassen kann.

Nun gut, geiler Veranstalter, super Essen in einer gepflegten Hütte, wo anständigerweise Kiss-Poster an der Wand hängen, und er erzählt, das er MOTÖRHEAD schon hunderttausend Mal gesehen hat. Na, der weiß aber was sich geziemt.

Leider kommen relativ wenig Leute, schade, aber die da sind sehen die Jungs und das Mädel der ersten Band PAPAJAJUICE ADDICTS, die wie wir aus Köln kommen und eher ungerne Altbier trinken, dafür wird aber prima D-Punk dargeboten, was dem Gitarristen allerdings auf die Nerven geht. Castor, der Sänger, kann sich aber prima drüber lustig machen. Findet der Gitarrist nicht unbedingt komisch und rollt seine Äuglein rund...

Weil die Berliner von DELIKAT lustig im Stau stehen, spielen wir gnädigerweise als zweites, und schon findet sich jemand, der aussieht, als könnte er ein Schnäppaken vertragen. Oder auch zwei. Den setze ich auf die Bühne, kipp ihm was von dem Korn in den Becher und erkläre ihm, das er heute auf der Bühne sitzen und saufen darf. Er ist begeistert. Die lustigen CHEFDENKER spielen ebenso lustig vor sich hin, und das Publikum sieht entspannt zu, während der Korntrinker immer wieder nachgeschenkt bekommt, und sich irgendwann sogar selber bedient. Währenddessen hampel ich auf unserer eigens aufjestellten Showtreppe rum, die fast größer als die Bühne ist, und selbstverständlich stolper ich genau in dem Moment, wo ich ganz lässig den Posergott mimen will, war ja klar. Huppala, hat hoffentlich keiner gesehen. Matze spielt heute komplett nüchtern und kriegt so natürlich jedes Spielfehlerchen mit, wovon wir so ungefähr ein Dutzend in jeden Song gepackt kriegen. Wir würden auch noch mehr schaffen, aber dafür sind die Lieder einfach zu kurz geraten, schade. Naja, dafür klappt meine saucoole an-die-Decke-rotzen-und-mit-dem-Mund-wieder-auffangen-Aktion heute super. Hey, toll, fein gemacht, Kollege! Ich sinn der Superkollege. Guckt ma alle an, wie toll Kollege rotzen kann.

Joh, so gegen Ende hat der Typ die Pulle Korn auch schon weggezogen und lässt sich dafür abfeiern als hätte er gerade das Rad erfunden, während wir die Stücke von unserer neuen Single spielen und das Publikum unglaublich geschmeidig das Tanzbein schwingt. Kein Kunststück beim Schneewalzer. Und endlich lässt Claus die Katze aus dem Sack, und unser Outing ist vollbracht: Er lässt die Audienz wissen, das wir eigentlich viel lieber PUR wären, was dann auch die eher Balladen-Orientierte Single erklärt...

Trotz eines eher ruhigen Konzertes ist der Chor vom Punkrockkavalier ziemlich Okeomat! Ein Mädel fragt hinterher sicherheitshalber mal an, ob wir die ruhigen Stücke denn wirklich ernst meinen...(??)

Leider soll der Sound vorne ziemlich kacke gewesen sein. Hmm, müssen wir in Zukunft mal ändern.

Danach DELIKAT aus Berlin, und da sieht man mal wieder, was Ska mit Tute so alles anrichten kann: Alles tanzt, die Mädchen freuen sich und mir fällt wieder ein, das ich auch mal eine Skaband brauche. Genau deswegen! Sogar Jojo, der Sänger, ist so begeistert davon, das er sich gerne die Hose runterziehen lässt.

Hinterher bekommt der Claus noch erzählt, das ein Mädel mal stocksauer auf ihn war, weil er damals ein KNOCHENFABRIK-Konzert komplett mit dem Rücken zum Publikum gespielt hat. Fand sie kacke...aha.

Derweil reihert der Kornpullentyp draußen alles voll und beleidigt seine Freunde, die ebenfalls total uppjemaat sind, und zusammen liefern die sich komplett beknackte Diskussionen...Naja. Wird er sich morgen schon erzählen lassen.

Nää, watt n schöner Abend im noch schöneren Düsseldorf. Und schwupps schon zu Ende. Prost.