| CHEFDENKER und 2
LHUD - 11.07.2003 Jülich, Kulturbahnhof Ah, endlich mal ab nach Jülich Rockcity! Dort angekommen wird mir aber erst mal berichtet, das Jülich gar nicht mehr so Rockcity ist wie damals. Damals war ja bekanntlich alles lauter. Der Nachwuchs fehlt. So wie es aussieht, spielt der draußen Basketball und skatet, ist doch auch schon was. Na gut, dann wird wieder fleißig aufgebaut. Die netten Jungens älteren Semesters von 2 LHUD treffen auch ein und wir tigern los eine Ansichtskarte für dat Evelyn in Köln in unserer Lieblingskneipe für zum schicken zu tun zu käufen. Aber in Jülich werden Punkt sechs die Bürgersteige hochgeklappt. Verhältnisse wie in Morsbach. Außerdem werden wir aufgeklärt, das es gar keine Postkarten von Jülich gibt, nicht einmal von dem schönen Tümpel mit den schönen toten Enten drin. So was. Also sind wir gezwungen eine dämliche Diddl-Karte zu schicken: „Ein Tag ohne Dich ist wie ein Tag ohne Sonnenschein.“ Egal, die Jülicher Rockstarelite ist auch da und ich kriege mit das der Ingmar von den mächtigen D-SAILORS irgendwann mal besoffen in Frankfurt von seinen Freunden vergessen wurde und da bei Pennern nächtigen musste. Coolomat, volle Punktzahl! Dann geht’s auch schon los. Das kleine Räumchen ist schnell nett gefüllt und wir werden netterweise vom 2 LHUD – Mischer abgemischt. Ich finde der kann was. Der lässt auch unser Super-Intro laufen, das der Matze aus einem DIE DREI BESOFFSKIS – Song geschnipselt hat. Matze spielt etwas vorsichtiger, weil sein Kreislauf nicht so will wie er will, aber die Leute sind nicht zum bewegen aufgelegt und gucken ein bisschen CHEFDENKER wie Fernsehen. Warum auch nicht? Spielen macht wieder genau so viel Spaß wie Rockstargebärden nachahmen und neu erfinden. Diesmal muss der Kölschrock als auf-der-Theke-stehen-Song herhalten, ganz so wie zu Hause. Manche Leute sind prima amüsiert und als der Bass gewechselt werden muss gibt der Claus eine erste Rohfassung von unserer neuesten Schnulze „Wie ein weißes Pferd“ zum besten. Am Ende will keiner eine Zugabe außer einem englisch sprechenden Typen, der uns auf „seinem“ Festival haben will. Bin ja mal gespannt. Dann fangen auch schon 2 LHUD an und geben eine Mischung aus Punkrock und innovativen Klangbildern ab, die den Leuten zu gefallen scheint. Der Drummer spielt mit Gipsbein (!) und manchmal bleibt doch alles beim guten, alten Punkrock. Nächste Woche geht’s wieder mit 2 LHUD auf in den wilden Westen, zusammen mit ein paar anderen Bands auf irgend einem Geburtstag. Wird sich alles zeigen. Nachdem wir unseren Scheiß wieder im Proberaum verstaut haben, entschließen wir uns noch kurzum beim Siggi mit dem Frank zu kickern, und bis halb acht morgens kräftig zu saufen. Mal was anderes, Prost. |