CHEFDENKER und SUPERFREUNDE - EP Release Party - 11.09.2004 Juz Spunk, Spelle
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Ach Du Scheiße! Wieder im Emsland. Wieder endlose Wiesen, unzählige Bäume und der Geruch von Gülle in der Luft, ganz so wie zu Hause in Murschbich. Natürlich wird hier wieder anständig gegrillt, und zur Feier des Tages, weil ja hier heute die Single-Releasepachty ist, stellt der Claus seinen Iro auf. Anstand muss sein! Die Single ist eine Splitsingle mit den SUPERFREUNDEN, die hier heute auch aufspielen werden, und heißt "Mens sana in corpore sano". Den Spruch sollte doch mal mindestens jeder kennen, der schonmal Pepe, der Paukerschreck gesehen hat. Das heißt soviel wie "Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper", und damit kann man prima angeben, ganz so, als hätte man Ahnung von Latein-Geschisse.
Erstmal zeigt Nazi-Neiß (der getarnte Bonze) allen, das er es schafft, auf zehn Metern seine Karre zehn Mal abzuwürgen, Respekt. Dann machen sich alle ein bisschen locker und ein paar Besucher kommen. Schade, irgendwo in der Nähe ist noch ein Konzert, wo die ganzen Speller hingegangen sind, deswegen ist hier heute auch sehr wenig los. Mist, gerade hier war es letztes Mal super für uns. Naja, es wird irgendwann mal wieder Zeit für wirklich geiles Konzert mit voller Hütte und krachender Stimmung und dem ganzen Scheiß, der letzte Gig dieser Art ist schon ein paar Tage her...
Eröffnet wird die Veranstaltung vom Herrn F.Köbisch, der im edlen Anzug auf der Bühne im Sessel sitzt und die tiefsinnigen Texte der SUPERFREUNDE liest. Grandios!
Danach schmettern wir unseren Kram den paar Leutchens ins Gesicht, welche eher unspektakulär lauschen und saufen. Angefangen wird amtlich mit "Disco Verräterschwein". Mann, was ein Hammersong! Der ist ja von den mächtigen SUPERFREUNDEN gecovert, und ich frage mich jedes Mal, wie man bloss auf so geniale Sahnestücke kommen kann, Leckomat! Natürlich lässt es sich Claus nicht nehmen, die Songs von Bauer Bühl (der Bauer) anzählen zu lassen, allerdings hat der Probleme den Walzer nur bis drei anzuzählen, findet er wahrscheinlich doof, versteht er nicht...nur bis drei?
Auch hier werden CHEFDENKER geoutet, als "die, die lieber PUR wären", und ich finde, das ist doch endlich mal ein geschmeidiger Untertitel für uns: "CHEFDENKER - die, die lieber PUR wären". Und als Beweis werden selbstverständlich die Balladen zum Besten gegeben, und ein einsames Tränchen verirrt sich auch über meine Wange, klar, bei solch sehnsüchtigen Klängen. Was total scheiße aussieht, ist, wenn der Gitarrist auf den letzten Schlag rumhüpft, aber der Schlag nicht kommt...nun ja, hat der Matzomat wenigstens watt zu lachen. Und Claus ist über alle Maßen hinaus begeistert, weil er total drauf steht, wenn man ihm Bier in die flammneu hergerichtete Gitarre kippt, ist ja auch so lustig, guck mal, Bier auf der Gitarre, hui...
Graf Disco reißt noch ne Bassseite, aber das war es auch schon an unglaublich spektakulären Zwischenfällen. Spielen macht aber trotzdem Spaß und schon ist wieder alles vorbei. Nun gut.
Mich überfällt die Müdigkeit, gerade als die SUPERFREUNDE draußen aufs Motorrad springen um standesgemäß vor die Bühne zu fahren, selbstverständlich geschminkt und in voller Montur mit Strapse, Zöpfen, Glitzertop, Seitenscheitel und Asi-Unterhemd. Unnötig zu erwähnen, das Metal Berten (der lustige Clown) vorher ganz geschmeidig abgelegt hat, und Nazi-Neiß (das kleine Mädchen) mit den Worten "Scheiße ich bin zu besoffen" das Motorrädchen nicht mehr ankriegt...
Ich sehe gerade noch, das natürlich keine Schlagzeugstöcke parat liegen, und danach alle möglichen Leute auf die Bühne stürmen und jeder mal abwechselnd Schlagzeug oder Gitarre oder sonstwas spielt, und alle äußerst begeistert sind, bevor ich abknicke und mich ablege.
Ich lasse mir hinterher erzählen, das die SUPERFREUNDE mal wieder musikalische Höchstleistungen vollbracht und dabei das Schlagzeug kaputtgeschlagen haben. Tja, Superfreunde nur ein Schein in Wirklichkeit sehr gemein! Ich konnte die ja noch nie leiden, und finde die ÜBERMENSCHEN eh besser. Und deshalb sind sich auch alle einig: Die SUPERFREUNDE sind Kommerz geworden. Die orientieren sich doch nur noch an der breiten Masse. Das sind doch alles Punkrockverräter. Hülsing (Verräterschwein) hat die Zeichen der Zeit damals schon früh genug erkannt!
Jedenfalls geht die Party auf dem Bauernhof von Bauer Bühl (der Bauer) weiter, nur der kleine Kollege muß Haia machen. Manche pennen im Heu, einer draußen sitzend im Regen, und morgens um fünf Uhr werde ich unterm Hochbett von Bauer Bühl (der Bauer) wach, weil irgendeine Lady von Bauer Bühl (der Bauer) getackert werden will, aber der nur pennen will. Aber sie hält es für notwendig, das jetzt, und genau jetzt auszudiskutieren: "Bist Du zu allen so? Sei doch mal nett zu mir..." Bauer Bühl (der Bauer): "Lass mich in Ruhe, ich will schlafen..." Hin und her...Dauer... Naja, der Morgen: Husemann putzt das Spunk, Hülsing (Verräterschwein) lädt zum Frühstück und Metal Berten (der untätige Clown) und Nazi-Neiß (die faule Dreckssau) machen gar nix. ![]()
Und ich bin ja mal gespannt, ob Nazi-Neiß (der Asi) es tatsächlich fertig bringt, statt sich ein neues Schlagzeug zu kaufen, seinen kaputten Schrotthaufen mit Tesafilm zu flicken... dem trau ich alles zu! Gut. Ich ab nach Hause, Thomas und Frank zu Metal Berten (der lustige Clown)
uppmaachen...
Ja und jetzt? Weiter am neuen Album schrauben, das voraussichtlich so um die Jahreswende in den KS-Studios in Bottrop aufgenommen und wieder über Trash 2001 rausgebracht wird. Vierzehn Stücke stehen schon, von Ballade über Tanzscheiße, Rockedirock und Ufftatta bis Geprügel alles dabei, ein paar Stücke sollen noch dabei kommen, und heißen soll das Teil "Eine von hundert Mikrowellen"! Prost. |