CHEFDENKER - 12.11.05 Mannheim, Juz - Pogoradio Festival

Oh Gott! Der verrückte Rüdi macht ein Pogoradio-Festival! Ich hab doch Geld, ich habn Job, und nix grünes aufm Kopp, rette sich wer kann!

Alleine ein Blick auf die geladenen Bands lässt mich vor Lachen vom Stuhl kippen: KOMMANDO VOLLSAUFEN! FRISCHGEMÄHTE VORGÄRTEN! LAZER, die Boxparty-Krachband! Und so weiter, hunderttausend Saufbands.

Ja, Riesenspaßomatik an, ab nach Mannheim, wie erwartet eine Mega-Asselei, die Punks schütten sich zu dass sich die Balken biegen, der Sound ist unter aller Sau, aber was braucht man mehr als KOMMANDO VOLLSAUFEN mit "Eine neue Leber ist wie ein neues Leben"? Unerreicht!

Das Highlight ist eine Mitveranstalter-Lady, die sich tatsächlich zwei handgroße 45er Colts in schwarzweiß auf den Bauch hat tätowieren lassen, die beide schräg nach unten in ihren Schritt zeigen! DAS sind Tattoos!

Nebenbei lungert hier die halbe Kölner Punkrockelite rum, manche im Zuge von ABBRUCH ENSEN ("Ich möchte André Rieu die Möbel grade rücken"), die hier gleich auch Krach machen. Dafür hätten wir uns auch nu echt den Weg von Köln hier nach Mannheim sparen können, nur um uns gegenseitig in unsere dämlichen Hackfressen zu gaffen, wie ohnehin schon andauernd zu Hause!

Naja, bei hundert Bands mit tausend Zugaben muss man sich die Zeit halt sinnvoll vertreiben, Prost, und nur Claus und der Sänger von KENNER DER MATERIE, der nicht so ganz hinter den Sinn von Rumasseln steigt (!?), geben sich hier das komplette Programm nüchtern. Vielleicht kann ich das auch mal. Irgendwann. Aber kaum sind alle lattenstramm, spät in der Nacht, nach einem Stromausfall (!) und Zugabenteilen die locker die Spielzeit von jeder Top-40-Coverband überschreiten, da dürfen wir auch mal ran, da vergebe ich mal lässig ein gegähntes yeah.

Cool wäre es jetzt, wenn jede Band einfach nochmal spielt! Egal.

Krach, Krach, Geschrei, Schraddel Popaddel, und weil man den Gesang gar nicht hört drehe ich am so genannten Mischpult, also so eine Zigarettenschachtel große Rappelsbüchse, die hier direkt neben mir auf der Bühne steht (!), einfach mal alles auf Anschlag. Also schaden kann das dem Klangbild hier nicht mehr. Aber datt is ja Pank, datt muss wohl so sein!

Jau, trotzdem alles sehr spaßig, wer noch steht feiert alles ab was das Zeug hält, an sich ein cooles Konzert, Asselpank Ahoi, nicht unbedingt unsere Welt aber immer wieder lustig, und ohne erzählenswertes Highlight Ende. Ab in die Haja.

Morgens erzählt die Veranstalterin das nach so "ziemlich D-Punk-lastigen" Konzerten nicht wie gewöhnlich einmal durchfegen reicht, sondern dass sie jetzt den ganzen Tag mit putzen und Siff beseitigen beschäftigt ist, aber sie sich trotzdem freut dass es ausverkauft war und so friedlich. Dann stellt sie ein super Frühstück hin, wobei wir das absolut unangefochtene HipHop-Tape von TERROR BERTEN UND ROCK HOLIDAY gnadenlos abfeiern, und Ende im Gelände. Prost. KOLLEGE 11/05