CHEFDENKER, DELIKAT, ALICE D, SPANDAU, LAKANUKIE - 12.12.2003 Tommy-Weissbecker-Haus, Berlin

Geile Gurkerei nach Berlin mit kaputtem Tapedeck. Rockt! Claus bemerkt, daß wir schon mal hiergewesen sind, nämlich im Zuge der DIE THE ATOMAREN ÜBERMENSCHEN-Osttour, als Claus noch gesoffen hat. Da haben die BOXHAMSTERS hier gespielt, und ich Idiot habe auch noch Eintritt bezahlt, um nach zwei Minuten aus der brechend vollen Hütte wieder rauszugehen.

Beim warten auf den Soundcheck stehen Thomas und ich draußen, lassen uns für unsere grandiose Platte abfeiern und gucken jungen Menschen dabei zu, wie sie literweise Schnaps in sich reinkippen. Im Gegensatz zu anderen Nasen haben wir nämlich Verständnis für Besoffene!

Bei insgesamt fünf Bands und einem kleinen Backstageraum lässt hier die Beinfreiheit zu wünschen übrig, aber mein Gott...

Dieses Mal ereignet sich die erste Schlägerei lange vor Konzertbeginn, auch mal was anderes. Gähn, Applaus.

Der mächtige MIESCHKA MAYONNAISE von der übermächtigen BOCKWURSCHTBUDE schenkt uns Anstecker: "Rock N´ Roll ist kein Lehnstuhl!"

Die Hamburger Jungs von SPANDAU haben sich fies verfahren, weshalb die ganze Sache viel später als geplant losgeht. Abgehetzt müssen sie sofort einstecken und loslegen, sind aber trotzdem ziemlich cool. Die Mischer allerdings sind wegen der Verzögerung jetzt schon arg angepisst.

DELIKAT (www.delikat.net): Die Gitarren hängen auf der richtigen Tiefe, der Bläser weigert sich Bierschinken zu werden (Abknicker!), manche Songs können sogar den D-SAILORS Konkurrenz machen und die Schlagzeugerin Caro kann alles! Weshalb wir auch daneben stehen und fleißig abfeiern - Band wie Schlagzeugerin.

Mittlerweile fallen Backstage die ersten Asseln ein und saufen das Bier weg. Ist ja auch denen ihr Job. Auf der Bühne tobt sich der neue, recht melodiöse VITAMINEPILLEN-Act LAKANUKIE aus. Claus versucht derweil am Merch-Stand außer CDs auch einen CHEFDENKER/DELIKAT Split-Wischmob für 7,50 zu verkaufen. Wir feiern derweil weiter et DELIKAT-Caro ab, die vielleicht-neue-LILI-Schlagzeugerin. Die Hütte wird mit 200 Mann gut gefüllt und wir CHEFS bauen auf.

Erstmal macht spielen vor so vielen Leuten ja bekanntlich einen Riesenspaß! Hat man ja auch nicht jeden Tag. Leider ist der Sound auf der Bühne sehr mäßig, womit man ja noch umgehen kann, aber vor der Bühne soll er unerträglich gewesen sein. Schade! Manche Leute behaupten, der Mischer wäre währenddessen kiffen gegangen, weiß ich aber nicht. Jedenfalls guckt ein Großteil der Leute entspannt zu, was ja auch vollkommen OK ist, vorne gehen ein paar ab, und andauernd wird gebrüllt "Gesang lauter!". Macht aber keiner. Na ja, schade, Punkrock ist wenn einer blutet.

In diesem Falle wir. Egal, jammern ist was für Weicheier! Wieder Superpyroshow mit Tischfeuerwerk, Bier verschenkt an den Iro mit Kriegsbemalung, wieder Posing bis zum umfallen, Thomas zieht sich wieder aus, heute aber nur für den vorletzten Song.

Matze bringt DIE geschmeidigste Aktion des Konzertes: Bei seinem Schlagzeuggewichse bei der Ballade kommt - nichts. Das hat er ja schon mal gemacht. Also wollen wir drei vorne in Time wieder einsteigen, aber es kommt immer noch - nichts! Wir drehen uns rum, so zum gucken, ob vielleicht was nicht stimmt. Zum Beispiel Fell gerissen oder so. Und was sehen wir? Einen glücklichen Matze, der sich ganz genüsslich seine Pulle Bier in den Hals kippt. Ah, lecker, alles klar, weiter... Lässig.

Beim Gitarrewechseln vom Claus mache ich ein kurzes, spontanes aber ungeheuer geschmeidiges Gitarrensolo. Keiner weiß damit was anzufangen. Nun gut, nochmal! Fideldidü, yeah. Wieder keine Reaktion. Von niemandem. Hm. Witzig.

Jedenfalls kann das nichts mit Kabel zu spielen, und erst recht nicht, wenn andauernd wer drauflatscht. Aber wahrscheinlich lag es nur wieder daran, daß ich keinen Kajal drauf hatte. Nun gut, geiler Auftritt vorbei, wir feiern uns ab, die Leute auch. Dankeschön.

ALICE D. haben einen unglaublich cool geschminkten und gekleideten Sänger und ziehen eine coole Show vom Leder.

Ein Mädel, die mit ihrem Freund da ist, will unbedingt mein Groupie sein! Ich bezahle ihr einen Anstecker (?). Cool, jetzt kaufe ich schon meinen eigenen Merchkram.

Hinterher, alle sind zufrieden, gibt es leider Ärger ums Geld mit den Mischern. Unnötig. Na ja, aber dafür, daß der Bierschinken-CHRÜ hier alles organisiert hat, und dann auch noch zum ersten Mal (!), hat ja alles super geklappt! Was er noch besser machen kann, tische ich ihm morgens noch in feinster Klugscheißermanier auf.

Des Nächtens jedenfalls klärt mich der Ex-1.MAI87-Schlagzeuger Ollie noch über das orangefarbene Berlin-Kreuzberg-T-Shirt auf, das er mir damals geschenkt hat. Das habe ich mir nämlich verdient! Indem ich in Berlin Nachts in Kneipen vor der Theke mit Gitarre erbärmlich sinnlos rumgepost habe! Na also, geht doch. Weiß ich nur nichts mehr von.

Bengalo gurkt uns geduldig ins Schlafgemach. Thomas kann saufen, Matze kann duschen und ich noch ein paar Zeilen aus der Bibel lesen, also alle glücklich. Auch weil Claus woanders pennt und sich nicht die besoffene Scheiße geben muß. Dachte er zumindest: In seinem Schlafgemach angekommen steht da ein Kinderschlagzeug, und ein paar superstramme trommeln sich glücklich. Der Arme...

Na ja, hilft alles nix: Schnellstmöglich muß es demnächst wieder nach Berlin gehen, und wenn nur zum saufen!

Aber wenn das Superpferd begeistert ist heißt es auch heute wieder: Alles super, alles toll, alles geil! Und gleich nahtlos ab nach Torgau...