| CHEFDENKER, VIRAGE DANGEREUX und TORA BORA -
13.11.2004 KTS, Freiburg
Nur 450 Kilometer Fahrt? Lächerlich! Bewaffnet mit wunderhübschen, neuen Buttons und Spezial-Merch-Artikeln wie CHEFDENKER-Rollkragenpullover, und einem Set mit einigen Stücken von der neuen Platte "Eine von hundert Mikrowellen", die Anfang nächsten Jahres erscheint, erreichen wir das KTS in der Weltstadt Freiburg und lernen unsere Labelkollegen von VIRAGE DANGEREUX kennen. Auch hier greift die Plage um sich, dass Konzerte nicht vor elf Uhr losgehen, was für uns wieder ewig langes Warten auf unseren Auftritt bedeutet. Naja gut, dafür gibts lecker essen (und die als Vegetarier haben sich tatsächlich dazu überwunden uns Würstchen zu machen-also alle Achtung!), es gibt genug zu trinken, und obendrein eine super Show von einem Typen, der Schubbert-Like schon am frühen Abend gar nichts mehr kann, und sich von seinen liebevollen Freunden erstmal draußen auf den nassen Boden in die Kälte legen lässt! Wäre ja auch bescheuert den da unten vorm Konzertraum auf der warmen Couch schlafen zu lassen... Dann packt mich die Müdigkeit, man merkt ich werde alt, und ich leg mich ab. Geweckt werde ich von unserem Soundcheck, den ich dann gnädigerweise auch noch mitmache, und mich dazu entschließe, mich ab jetzt wachzutrinken. Könnte ja funktionieren. Nun ja. Ein netter, abgeschraubter Kerl fasst die Band "CHEFDENKER" glamourös zusammen (lall): "Also KNOCHENFABRIK war ja schon geil! Und CASANOVA´S SCHWULE SEITE war ja auch total super! Aber CHEFDENKER ist so die absolute Spitze von allem, die Krönung, so das Dach da drüber!" Na also. Der hat das Prinzip verstanden! Ein Mädel besteche ich noch mit freiem Eintritt und Bier, dafür das sie doch bitte gleich Unterwäsche und Teddybärchen auf die Bühne schmeißt, aber bei der erstbesten Gelegenheit sucht sie das Weite... Wie läppsch! Derweil braten TORA BORA unten vor voller Hütte gut nach vorne, aber trotzdem werde ich nicht richtig wach, schade, und auch noch ein Bierchen bringt es nicht wirklich. Naja. VIRAGE DANGEREUX. Endlich können wir die mal sehen. Die haben zwei Fernseher auf der Bühne stehen, wo tonlos irgendwelche Splattermovies laufen. Cool! Der Schlagzeuger ist mit Müllmannjacke bekleidet (?), und irgendwann schaffen sie es tatsächlich, 3 (in Worten: Drei!) Stücke von KNOCHENFABRIK zu covern! Ich pack mich weg! Natürlich stell ich mich neben das Mikro und schrei "Grüne Haare" mit, ist ja Ehrensache! Ich warte eigentlich nur mal darauf, das irgendeine Vorband alles von KNOCHENFABRIK covert, und gar nichts eigenes spielt. Oder zwei Stunden lang nur Filmriss! Wäre auch mal was. Ich bin gespannt. Nun ja, jedenfalls sind VIRAGE DANGEREUX sehr witzig anzuschauen und anzuhören, also antesten Pflicht! Bemerkenswert am Rande: Obwohl der Veranstalter alles klasse organisiert hat, und auch alles glatt läuft, ist er der Allererste, der kackbreit hundert Mal umfällt und wieder vom Boden aufgekratzt werden muss, und dabei immer munter das scheiß Mirkofon umreißt...witzig! Allerdings fände ich es auch mal geschmeidig, wenn eine Vorband von uns die gesamte "16V" runterspielen würde... Egal, ein Uhr, wir sind dran, volles Haus, alles geil, CHEFDENKER - Energie! Erstmal zeigen wir der Audienz umgehend, wie denn der Rock´n´Roll-Hammer in Köln so geparkt wird! Auf Boxen rumklettern, rumschreien und rumrotzen, Gitarren auf den Rücken legen oder wahlweise senkrecht stellen. Das selbstverständliche Pflichtprogramm halt. Dazu gehört natürlich auch, das Claus kurz ma den Anfang von "Meine Heimat die Erde" vergisst, und sich den selber wieder beibringen muss. Aber auch das ist einstudiert, klar, und die Verspieler kommen vom Band, wie alles bei zünftigen Rockstars. Die neuen, langsameren Stücke werden eher wenig von den geschmeidigen Damen betanzt, dafür die Prügelsongs umso mehr. Nun ja, aber Live eine Stunde am Stück nur schnellen Krach abzuliefern machen wir halt nicht. Kann einem ja auch mal ganz schnell aufn Sack fallen! In der ersten Reihe wird noch fleißig getanzt und nett gepogt, aber alle anderen gucken sich das Schauspiel eher unbeeindruckt an. Hm. Komisch. Ob das an der fortgeschrittenen Stunde liegt? Wer weiß, keine Ahung, egal, vor allem weil meine Blase wie bescheuert drückt und ich tatsächlich pissen gehen muss. Das hab ich auch noch nicht geschafft, aber zum Glück fallen dem Clausomaten schöne Anekdoten ein, was er denn so alles schönes gemacht hat, als er damals mal hier in der Gegend war. Oh, tut das gut! Weiter. Thomas hat da hinten auf der anderen Bühnenseite eine Horde saugeschmeidiger Iros vor sich stehen, ich keinen einzigen. Das finde ich doof! Dafür darf ich heute beim Schlagzeug-Abgewichse im Mittelteil von "Was Liebe ist" ein bisschen auf Matzes Trömmelchen rumkloppen. Piff Paff Puff, yeah, guck ma Matze kann ich auch! Irgendwie finden das alle blöd. Dabei hab ich mir so ne Mühe gegeben. Da sieht man mal wieder: Et scheint nitt jeden Tach de Sonne! Na weiter im Text. Und meine Theorie bestätigt sich mal wieder: Saufen vorm spielen ist wie wenn man sich einen Pac Man ins musikalische Gedächtnis setzt, der nach und nach ein Tönchen nach dem anderen auffrisst. Na gut, interessiert keine Sau! Am Ende ist der Publikumschor vom Punkrockkavalier doch noch verdammt geil, und anstatt das Konzert jetzt wie geplant anständig zu beenden, lassen wir uns doch noch von den Sprechchören dazu hinreißen, total originell "Filmriss" von einer alten Punkrockband namens KNOCHENFABRIK zu covern. Um Herrn Lüer zu zitieren: "Manchmal geht es einfach mit einem durch...(gähn)." Ich häng mir zwar die Gitarre um, aber spiele erst gar nicht, damit ich das Schauspiel in Ruhe genießen und trinken kann. Thomas fragt nochmal kurz nach, wie das Stück denn nochmal ging, Matze tritt die Bassdrum, muss ja auch reichen, und Claus schraddelt eine ultra-langsam-Version runter, die aber von den abgeschraubten Typen, die sich beinahe ums Mikro kloppen, nicht mehr ganz nachvollzogen werden kann. So grölen sich geschätzte sechs Leute am Mikrofon, und nochmal keine-Ahnung-wieviel im Publikum in die ewige Glückseeligkeit, wohlgemerkt jeder in einer anderen Geschwindigkeit, und jeder mit einem anderen Text! Also Hut ab! Wir falten uns jedenfalls darüber weg! Und morgen schneid ich mir n Iro und koof mirn Köter, da kannste aber einen drauf lassen! Aber geiles Konzert vorbei. Ende! Ausbeute: Null BHs, Null Teddys. Na gut, damit hätten wir in einem Ozean voller Ruhm gebadet, und um mit den Worten von Thomas´ Vater zu sprechen (Der IchSinnetSellba-Walter): "Jetz haste Dir einen verdient!" Zuerst lerne ich den größten, lebenden TÜRK TRAVOLTA-Fan kennen, den die Welt je gesehen hat, und der Typ schafft es auch tatsächlich, ununterbrochen über nichts anderes zu reden als den TÜRK, und eine drei Sekunden lange Handlung in etwa eine Stunde lang zu analysieren. Pfft, nicht schlecht! Jedenfalls einigen wir uns darauf, das wir beide den TÜRK ficken würden, sobald er eine Geschlechtsumwandlung gemacht hat. Eventuell auch schon früher. Und ich weiß zwar nicht warum, aber es gehört sich wohl so dem Typen am laufenden Meter die Eier zu kraulen. Hat der TÜRK eingeführt. Die Tradition führe ich natürlich weiter, auch wenn er meine Hand jedes Mal verschüchtert wegdrückt. Nää, watt süß! Ja, die anschließende Party im KTS kann leider nichts, deswegen torkeln wir in so ein Ding das heißt Crash, wo man für zwei Jedeck über zehn Euro bezahlt! Geschenkt! Dabei ist das so ein erbärmlicher Jedeck-Ersatz, weil die weder Kölsch noch Korn haben, sondern nur Pils und Tequila. Och Gott, wenn wir das zu Hause der Evelyn im Em Kapellche erzählen, die reißt uns n Kopp ab! Obwohl, eigentlich hat sie uns ja mal aufgeklärt, das man alles Klare trinken darf, und alles Braune nicht. Hm. Ein zweischneidiges Schwert! Andere Clubs oder Schuppen gibt es wohl nicht hier in der Gegend in Freiburch. Toll. Naja, hinterher werden wir noch ausm McDonalds rausgeschmissen, weil da kein Fremdbier getrunken werden darf, und das der Thomas den Tisch mit Servietten ausgelegt hat, damit man vernünftig Haia machen kann, finden die da auch scheiße! Joh, dann noch n bisschen den TÜRK abfeiern, und beim Jägermeisterchen holen an der Tanke steht da ein Kumpel vom Castor von den Kölner PAPAJUICE ADDICTS hinterm Tresen. Die ganze scheiß Welt ist ein scheiß Dorf, scheiße mit der Scheiße! Joh. Rückfahrt. Matze und Thomas machen upp, ham sich ja jetz auch einen verdient, Fahrer-Frank macht den Fahrer, und ich mach schon wieder Haia. |