CHEFDENKER und DAINLASTER - 13.12.2003 Brückenkopf, Torgau

Je Osten, desto dunkel! Und die Straßen mit schwimmbeckengroßen Schlaglöchern können alles, vor allen Dingen für die Bandscheiben, yeah! Angekommen macht Fitze alles klar und ich tue es dem Thomas gleich und kippe mir vorm Konzert einen auf die Lampe. Ich habe nämlich heute mal keinen Bock, schon wieder bis tief in die Nacht nüchtern auf unseren Gig zu warten. Aber das wichtigste dabei: Immer geschmeidig bleiben!

Hier gehen die Uhren echt andersrum! Zum Beispiel gibt es hier keine Scheißhäuser. Und, wer muß natürlich prompt kacken? ...ich schlage mich also im Regen in die Büsche. Komme mir dabei vor wie auf WACKEN.

Die ersten Punks treffen ein, und damit meine ich Punks! Keiner aufm Skateboard oder mit weiten Hosen! Sondern alle standesgemäß in engen, verranzten Jeans-und Lederklamotten, Nieten so weit das Auge reicht und Iros geschmeidig überall angebracht, wo sich einer anbringen lässt! Alle Achtung!

Mitveranstalterin Conny wie immer vorneweg, Outfitmäßig eins Plus! Und laut den Berichten aus so einem Fanzine, was da rumgeisterte, auch immer überall dabei. Daumen hoch.

DAINLASTER erklären noch kurz, daß das "Laster" im Namen nichts mit einem LKW zu tun hat, um danach die Bretter zu entern und im Dreier-Partnerlook mit Dreiviertelhosen und Nike-Schuhen einen zum Besten zu geben. Hm. Irgendwie eine andere Welt. Sehr alternativ, kein Augenzwinkern, auch kein Lächeln, oft weinerlich und sehr lange Stücke. Auf meine vorherige Bettelei hin, doch bitte kräftig zu saufen, wollten sie auch nicht einsteigen. Komische Jungens aus Rostock. Aber immerhin nett.

Nun gut, mittlerweile ist noch eine dritte Band eingetroffen, von der aber keiner was wusste, POLL POTT, glaube ich, die sich einfach mal zum spielen anbietet. OK.

Wir fangen an. Raum gut gefüllt. Geiles Publikum, feiert jeden, noch so großen Scheiß ab! Feuerwerk am Bass, Poserei und jeden Song und jeden Ton! Total geil! Riesenspaß! Der Sound ist sehr gut und beim Kölschrock ist kein Platz für mich auf der Theke, also stelle ich mich gegenüber auf die dünne Fensterbank. Eine nette Lady muß mich aber die ganze Zeit stützen, weil man nicht anständig auf vier Zentimetern stehen kann. Wird auch abgefeiert! Total geil! Kölschrock im tiefsten Osten: ALL HELL IS BREAKIN LOOSE!

Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, von der Fensterbank runterzufallen. Wär ja auch zu schön gewesen.

Claus spielt wieder mit Lichterkette behangen. Thomas bleibt angezogen. Ui! Und direkt vor mir zwei Typen, die jeden noch so speziellen Metalgruß draufhaben und meine Soli abfeiern! So soll es sein!

Jedenfalls ein unglaublich gutes Konzert! Für alle Anwesenden!

Ab hier, wie immer, Saufgeschichte: Kräftig saufen, im Matsch Klamotten einladen, ich gehe mit einem der Veranstalter durch den Regen nach Hause, weil im Auto kein Platz mehr ist. Na ja, der Osten is halt nix für Memmen! Die Jungens pissen sich in die eigene Badewanne, und an der Kreissparkasse gibt es übrigens am Geldautomaten kein Geld! Hm? Langsam wird es schon Morgen. Aber vorher noch in die "Endstation"! Perfekter Name, weil einem da kackbreite Asseln vor die Füße fallen und im Siff pennen. Cool! Heimat! Und außerdem: Beim reinkommen laufen CHEFDENKER! Ah, ja, mehr davon! Und selbstverständlich die ganze Platte - in einem durch! Super Musikgeschmack haben die Jungens hier. Also noch mehr saufen und posen. Irgendwie verfange ich mich doch dabei saublöd in einem dieser Kinosessel. Aua Fuß. Und dabei lasse ich geschmeidig meine Flasche fallen. Gerade neu käuflich erworben! Scheiße! Dat gute Bier! Himmel hilf! Bei der Gelegenheit schneide ich mir noch einen halben Finger ab, und bekomme doch tatsächlich ein Pflästerchen und ein Trostbier von dem Typen der da bedient. Unglaublicher Schuppen! Deshalb kaufen Matze und Thomas auch je ein sexy T-Shirt von dem Laden, und vergessen glatt, mich auch dazu zu zwingen. Scheiße! Ich will auch so eins! Morgens wache ich oben auf einem Hochbett auf... wie bin ich denn hier hoch gekommen? Alles geil, alles super, Superpferd wäre beeindruckt. Und: Je Osten, desto geiler, Altaa!