CHEFDENKER, MASSENDEFEKT und STRANDGUT - 14.01.2005 Ojo, Overath

Overath! Zweite Heimat! Hier haben wir schon mal uppjemacht! Mehr als einmal, und nicht grade zu knapp.

Thomas nimmt das sofort als Anlass umgehend wieder damit anzufangen, weilerjescheitis, und das Ojo füllt sich recht angenehm mit großteils unbekannten Gesichtern. Eigentlich kennt man hier doch jeden, na egal.

Der Zipper zaubert einen schönen Sound aufs Tablett und schon dürfen die Obergötter von STRANDGUT ihre Dorfpankanarchie dem geneigten Zuhörer um die Ohren hauen, was mit einer wieder mal grandiosen, neuen Frisur vom Sänger/Gitarristen Gunnar natürlich doppelt geschmeidig rüberkommt. Daniel, der Schlagzeuger, will aber nicht hintendranstehen und hat sich mit eineinhalb Dosen Haarspray wunderschöne Stacheln gezimmert, fein gemacht!

Arne, die Bandschönheit, sitzt artig auf einem Hocker auf der Bühne und sieht ein weiteres Mal einfach nur schön aus, ganz im Gegensatz zum Kette rauchenden Basser Hagen, und so tobt der Pogomob zu Hits wie "Sportler sind scheiße" und "Ich liebe die fetten Mädchen aus der Fischbräterei Oi Oi Fischgeruch", und eine fröhliche Rumrotzerei bricht los. Ausgezeichnet! Ausgezeichnet ekelhaft unter anderem. Die Bandnutte von denen hat sich faustgroß das Totenkopflogo auf den Oberschenkel tätowieren lassen, sieht schweinegeil aus, weshalb er das auch anständigerweise offenherzig präsentiert, und am Schluss dürfen noch einige Leute ausm Publikum auf der Bühne was mit singen, aber am coolsten finde ich den kleinen Jungen mit CHEFDENKER-Shirt, der textsicher STRANDGUT-Songs ins Mikro quäkt, saugeil!

Danach sind die netten Junx von MASSENDEFEKT dran dem wütenden Pogomob Futter zu bieten, und alle Achtung, die braten auch schön artig nach vorne, und die Leute da im Publikum unter anderem mit den SCHLEIMKEIM-Shirts gehen nicht gerade sehr zimperlich miteinander um. Tja, die halten das Punkrock-Fähnchen ganz weit hoch in den Wind, Hut ab.

Dann wir herzzerreißenden DIE DEUTSCHEN BRITNEY SPEARS. Erstmal zeige ich meine Gitarre rum, damit jeder schon mal im Bilde ist, dass der geilste Typ heute Abend (ich!) auch die geilste Gitarre hat (meine!). Alle sind beeindruckt. Claus hat sich die Haare in Öl eingelegt, sauschick, und wir starten ganz spontan (weil Pank ist ja laut CONTRA D pschpontan!) mit dem LILI-Opener "L-I-L-I", allerdings buchstabieren wir dabei das Wort CHEFDENKER, was natürlich in bisschen mehr Zeit in Anspruch nimmt, aber dafür machen alle auch artig mit, und manch einer kann sich danach auch vielleicht schon in etwa ausmalen, wie die Band denn jetzt nun heißt, die da auf der Bühne steht. Aber sicherheitshalber haben wir auch noch unser Banner aufgehängt, man hat ja heutzutage so schnell mal was vergessen.

So, da haben wir uns aber mal wieder witzig gefunden, ha ha, jetzt haben wir alle herzlich gelacht, jetzt können wir anfangen, und tatsächlich vom ersten Ton an herrscht schön ausgelassenes Rumgeschubse, auch wenn wir von der Bühne aus die meiste Zeit nur das grelle Licht von den Scheinwerfern sehen. Aber zum Glück ist der STRANDGUT-Hagen noch nicht von seinem Anrotz-Trip runter und spuckt mir einen dicken Eiterklumpen aus der Tiefe seiner Raucherlunge ins Auge. Toll! Jetzt weiß ich wenigstens, dass da noch einer im Publikum stehen muss, schönen Dank. Ey, wie kann denn bitteschön so ein bisschen Rotze so verdammt erbärmlich stinken? Echt nicht schlecht, Herr Specht.

Rein spielerisch bieten wir heute Abend wieder ganz grandiosen F-Jugend-Fußball und bleiben damit unserem Konzept einer Schülerband treu wie eh und je, aber ist ja live, interessiert ja kein Schwein, und der ein oder andere lässt sich auch nicht lumpen und hüpft lustig von der Bühne auf die Ärmchen der Anwesenden, nur manchmal haben die Leute keinen Bock, machen einen Schritt zur Seite und zack landet wer auf der Fresse. Aua!

Naja, jedenfalls spielen wir heute auch sieben Stücke von der neuen Platte EINE VON HUNDERT MIKROWELLEN (Werbung! Ekelhaft!), die wir Ende des Monats aufnehmen. Und dafür, dass die Stücke noch kein Schwein kennt, kommen die sogar recht gut an, und vor allem die Tanzladys finden es gut sich dazu bewegen zu können. Also mehr so von wegen richtig tanzen, und halt nicht von wegen torkeln und rumtreten.

Nebenbei wird natürlich wieder übertrieben viel Posing geboten, damit man auch schön viel zu lachen hat, wenn sich da einer aufregt von wegen scheiß Poser book book watt soll denn datt book book.

Jedenfalls gibt es hier Bandbier für uns nur auf der Bühne während dem Konzert, das heißt, in den Songpausen müssen wir uns ranhalten, ächz, harter Job und kein Zuckerschlecken, und sogar der grade erst wieder gesundete Matzomator hält sich mehr als tapfer, und nebenbei muss mich der Overath-Rockcity-Nachwuchs daran erinnern, dass der Fuß doch gefälligst auf die Monitorbox gehört. Ja, richtig so, schön. Allerdings raufklettern auf die Dinger geht nicht, weil die immer wegrutschen, scheiße.

Aber alles saugeil, alles im Lack, Riesenspaß, und vor allem das scheiß Stück mit dem scheiß Schneewalzer drin kommt wie immer riesig an. Keine Ahnung warum.

Ja, Konzert zu Ende, ich KAUFE mir noch feierlich Bier, weil ich ja ohnehin dafür bin, das wir für Konzerte bezahlen sollten, dass wir die spielen dürfen, und im allgemeinen Zugelöte dauert die Einladerei von unserem Kram in den Bus natürlich dreißig Jahre, und weil die Ojo-Party heute mal nicht mehr so viel kann, wie man das sonst so gewohnt ist, fahren wir wieder alle mit nach Köln, nur Thomas verpeilt die Abfahrt und muss sich die Nacht, bis die erste Bahn fährt, in Overath um die Ohren schlagen. Matze geht in die Haia sich auskurieren, Frank, ich und Caddy löten uns noch einen ins Blech. Na, wer kann sich denken warum?

Jedenfalls habe ich noch Glück, dass mir der mächtige Klitsch morgens die Türe aufmacht und ins Haiabettchen schleift. Prost.