CHEFDENKER, HAGBARD CELINE, ZIVILVERSAGER, DECKNAME 17 - 14.11.2003 ExHaus, Trier

Alte Mötley Crüe-Videos gucken zum Anheizen! Klappt prima.

Beim Einladen das Coolste: Der Blex (Ex-Boichixten) kommt an und erzählt, das er heute mit seiner neuen Band, die neben uns probt, auf Tour geht. In den Händen sein Tourgepäck. Rechte Hand: Eine nackte Gitarre, ohne Tasche. Linke Hand: Zwei Bier. Sonst nichts! Verdammt, daran sollten wir uns mal ein Beispiel nehmen, dann hätten wir auch mehr Platz im Auto. Egal, vollpacken, reinquetschen, los.

In Trier angekommen erkenne ich nur ein paar Gesichter vom letzten Mal saufen wieder. Heidewitzka! Aber der Mike und die Jungens machen super Essen klar, schenken uns noch Fotos von einem alten Auftritt von uns und behandeln uns auch sonst wie Könige, Daumen ganz weit hoch!

Trotz anderen Veranstaltungen in der Nähe kommen noch ziemlich viele Leutchens vorbei und sogar ein paar Brasilianer sind dabei, die schon artig lange vor dem ersten Ton superstramm alles abfeiern und ständig was von "Policia Nacional" singen. Oder so. Und damit hören die auch bis zum abbauen Nachts nicht mehr auf! Ich finde es ziemlich cool, daß mich einer volltextet. Ich verstehe keinen Ton, nicke aber freundlich.

Unser Merchandise wird fleißig abgefeiert - was man im übrigen auch auf der Homepage bestellen kann (Zum Chefshop) - und schon fangen DECKNAME 17 an. Vor allem der Sänger, der mir den ganzen Abend seine Brustwarze zeigt und sich dabei abfeiert, geht richtig gut ab. Musikalisch straighter, einfach gestrickter Punkrock zum prima bei saufen. Also jescheit sein. Der Drummer beweist im Gespräch danach einiges an Metal- und Motorradkompetenz.

HAGBARD CELINE sind immer noch sowas wie Knochenfabrik-Nachwuchs, weil die Jungens wahrscheinlich ihre ganze Jugend nichts anderes gehört haben. Das merkt man nicht zuletzt an den bedeutungsschwangeren Texten. In einem geht es um Obst, das man kaufen soll, und dann: "...schieb Dir alles in den Arsch und spiel den Walhalla-Marsch...". Viel mehr konnte man leider nicht verstehen, reicht aber vollkommen zum abfeiern. Der Bassist kann kaum mehr gerade stehen oder gerade reden, geschweige denn gerade spielen, was der ganzen Sache natürlich eine ganz eigene, ziemlich coole Note verleiht. Der Sänger/Gitarrist schreit sich die Seele aus dem Leib, und hat dabei auch oft recht coole Gesangslinien! Einmal fällt ihm sein Basser in die Gitarre, aber mit einem beherzten Tritt in den Arsch ist er wieder auf seine Seite der Bühne gezaubert. Der Claus findet den Gitarrensound ziemlich gut. Cool! An jeden, der Konzerte organisiert: Einladen!

Dann die Oberburner ZIVILVERSAGER. Fünf Leute, Drums, zwei Gitarren, singender Basser und einzelner Zweitsänger. Zweiter Dreiter Fünfter. Zwei vier neun. Acht dreiundzwanzig vierundneunzig. Ein Gitarrist bringt des öfteren recht coole, metallische Riffs und der Drummer hat ein D-Punk-Konzept, das er konsequent durchzieht! Vom Soundcheck, den der Matze abfeiert, über das Set, das ich abfeier bis zur Zugabe, die die Leute abfeiern. Die Pogo-Fraktion ist mehr als beglückt! Nur die Iros fehlen noch, dann steht dem Aufstieg in die 1. D-Punk-Liga nichts mehr im Wege. Laut eigenen Angaben wurde auch schon ewig nicht mehr geprobt, womit die notwendige Kompetenz auch schon bewiesen wäre.

Dann dürfen wir drei acht neun CHEFDENKER. Weil die Gesangsanlage kaum Saft hat, drehen wir alles ziemlich runter, was einem natürlich nicht gerade die Ohren wegbläst, aber einem dafür wenigstens ein paar Songs und nicht nur Krach bietet. Kann man jetzt von halten was man will. Die Brasilianer (oder doch Spanier?) übernehmen schon mal das Mikro, um ihren "Policia Nacional"-Hit auch nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, und mittlerweile singen alle mit. Wir auch. Einen Song bringe ich - Oh Wunder! - von der Erhöhung im Publikum aus und es feiern mich doch tatsächlich einige Leute nach allen Regeln der Kunst ab. Weil se jescheit sin! Dann begebe ich mich noch kurz in Lebensgefahr und reite auf irgendwelchen Schultern und bringe dabei das Solo zu "Punkrock-Kavalier", und alles in allem spielen wir doch verdammt gut! Feier, feier. Ein verdammt runder Gig, nicht zuletzt weil die Trierer ziemlich Spaß in den Backen haben, da macht es UNS Spaß DENEN zuzugucken! Da kann ich es ums verrecken nicht verstehen, warum da nicht einfach einige Bands für eine vernünftige und faire Gage da spielen! Hopp Hopp! Hin! Man muß ja nicht unbedingt immer ein Königreich verlangen! Vor allem wenn man bedenkt, was die Jungens für einen Aufwand betreiben, und da nichts dran verdienen! Na ja, ich bin ja nicht der Papst, ich brauch ja nicht predigen...

Gut, ganz schnell abbauen und dann - wie immer - das wichtigste: OOPMACHN OOPMACHN OOPMACHN! Ganz viel jescheit sein! Aaah, lecker. Dabei noch Lastwagenweise T-Shirts, CDs, Platten und Buttons verkaufen, die man im übrigen - habe ich es schon erwähnt? - auch auf der Homepage bestellen kann (LINK!). Dann werden noch ein paar Fan-Fotos für die Homepage geschossen und einer feiert ziemlich Knochenfabrik ab, noch viel mehr die Casanova´s und am allermeisten die CHEFDENKER-Platte. Aaah, mehr davon, ich hole mir in der Zeit einen runter.

Tja, leider ist es die Nacht von Freitag auf Samstag, also verabschieden sich alle, weil sie Samstag arbeiten müssen. Toll, Arbeit ist Scheiße, die Partei hatte schon recht! Also sitzen wir mitten in der Nacht zu viert ohne Musik in unserem zwar gemütlichen aber Jägermeister- und Groupiefreien Schlafgemach und essen belegte Brote. Mit Käse. Und Wurst. Meine Fresse, das Rockstarleben ist schon verdammt wild. Dabei tun wir kräftig oopmachn. Prost. Nää, watt romantisch. Wir feiern abwechselnd uns und die verschimmelte Kaffeekanne ab.

Und wieder Mal: Trier, hat wirklich Spaß gemacht! Gerne wieder, dann aber besser Samstags, da könnt ihr auch mit-oopmachn!

Prost.