CHEFDENKER - 16.04.2005 Berlin, Knaack

Berlin. Eine Reise Wert. Allerdings darf ich mich Matzes Worten bedingungslos anschließen: "Diese ewige Konfrontation mit der deutschen Geschichte würde mir auf den Sack gehen!"

Der Schuppen, in dem wir spielen, heißt Knaack, und ist ziemlich amtlich, so mit super Sound und fähigen Leuten, Dusche Backstage und einer Pension als Pennplatz. Der Gitarrist der Vorband, eine RAMONES Coverband, ist mit der Sängerin von ROSENSTOLZ zusammen, die auch prompt am Merchstand der Jungs sitzt. Das merke ich aber erst nicht, weil ich so von dem unglaublich tiefen Ausschnitt beeindruckt bin, und erst beim zweiten Blick, dieses Mal ins Gesicht, fällt es mir wie Schuppen aus den Augen.

Erstmal gehen wir um die Ecke zum Ernst Thälmann Denkmal, weil Frank und ich hier mal kräftig ein paar Bier getrunken haben, mit dem Caddy und dem Schubbert. So, abgefeiert, ab in die Videothek die Pornoabteilung antesten, und tatsächlich: Endlich mal schön geordnet und sortiert, nicht nur nach Neigungen, sondern auch nach Serien. Daumen hoch!

Jau, ins Knaack verirren sich 100 Leute, weil wohl noch drei andere Punkrock/Skakonzerte in der Nähe sind. Aber ich meine da kommen ein paar Spinner aus Köln nach Berlin um ihre musikalischen Einfältigkeiten zum Besten zu geben, und hundert Leute wollen sich das antun, also was für ein vermessenes Arschloch wäre ich, wenn ich mich nicht darüber freuen würde?!

Und da drunter sind die ganzen bekannten Gesichter vom Berliner Lumpenpack vertreten, und sogar der BEATSTAKES Gitarrist, der Bernd mit der Lederjacke, ist da. Tja. Bei den coolen RAMONES Jungs ist das Publikum sehr verhalten. Na ja. Dann wir. Das gleiche Bild wie gestern. Vorne titschen ein paar aus, der Rest guckt sich das Schauspiel gemütlich an. Claus vergisst einen Text, ich brülle ihm den ins Ohr, da fällt ihm der Text wieder ein, und wir haben die Lacher und den Szeneapplaus auf unserer Seite.

Wie immer ein bisschen turnen, auf den Monitorboxen und auf der Bassbox, die Austitschjungs kriegen Bier, und wir spielen nicht wirklich aalglatt, aber um Klassen besser als gestern, schon mal gut. Mittendrin wird ein Typ von irgendwelchen anderen hochgenommen und in der Gegend rum geschmissen, wahrscheinlich deren Art von Crowdsurfing, recht lässig, aber ansonsten passiert auch hier nichts wirklich Spektakuläres. Spielen macht Spaß, den Leuten gefällt es auch was sie sehen und hören, der Chor am Ende ist schön laut, das ist gut, und schon ist das Konzert wieder zu Ende.

Am nächsten Tag auf der Heimreise fahren wir raus um was zu fressen. Da steht eine Horde total armseliger Schläger, die uns provozieren und uns gerne auseinander nehmen möchten. Gar nicht witzig! Wir lassen uns natürlich nicht provozieren, aber die hören nicht auf und rufen schon mal ein paar mehr Leute. Geht's noch? Das Ende vom Lied: Ein paar Einsatzwagen der Polizei mit einer Bundeswehrkompanie mit Mps im Anschlag kommen, holen uns da heile raus, und wir werden einige Kilometer über die Autobahn von der Polizei eskortiert. Das würzt so eine ewig lange Rückreise natürlich ungemein!

Aber ansonsten waren das mal wieder zwei saugeschmeidige Tourtage! Mehr davon! Prost.