CHEFDENKER und MONGOUSE - 18.03.2005 Landau, Fatal

Mikrowellen Tour 2005 - LandauEine neue Platte ist wie ein neues Leben! "Eine von hundert Mikrowellen" ist gerade taufrisch aus dem Presswerk gekackt worden, und mit neuen T-Shirts und Plakaten, und mit Christbaumkugeln und Glühwein bewaffnet fressen wir uns erstmal beim Veranstalter Jan in seiner gepflegten Hütte die Bäuche voll. Perfekt!

Das kleine Konzerträumchen ist mit 120 Leuten verflucht schnell rappelvoll und die erste Band legt mit ihrem saucoolen, verrotzten Stonerkram los, wo nicht zuletzt die geschmeidigen Gehhülsen vom Schlagzeuger, in Verbindung mit seinen Tattoos und seinem MOTÖRHEAD-Shirt einfach alles können!

Mikrowellen Tour 2005 - Landau Obwohl der Spaß hier nur läppsche drei Euros kostet wollen zwei hervorragende Nachwuchsasseln mit den üblich anständigen SLIME-Aufnähern und Nietenjacken nicht zahlen. Der eine sagt noch er hat kein Geld und möchte umsonst rein. Nein. Eine Minute später kommt er mit einem erbärmlich nachgemachten Stempel an. Da packste dir doch an n Kopp! Wieder eine Minute später kommt er an und hat die Kapuze übern Kopf gezogen und versucht unbemerkt rein zu schleichen. Selten so gelacht. Aber ansonsten ein geiles Publikum hier: So stinknormale Leute halt, ein paar Skatertypen und einige Ladys, da kann man nicht meckern!

Mikrowellen Tour 2005 - LandauJau, dann wir, im Publikum sind alle herrlich stramm und ich stelle mich aus Platzmangel direkt auf die Theke, und von hier oben habe ich einen hervorragenden Ausblick wie der Claus die ganze Zeit sein Mikro in die Fresse kriegt, weil die pogenden Typen es sogar schaffen die Gesangsbox umzuschmeißen, hinter die sich der Claus in Sicherheit gebracht hat.

Mikrowellen Tour 2005 - LandauEin Typ versucht die ganze Zeit dem Thomas beim spielen irgendwas zu erzählen. Thomas nickt mal nett, aber in dem Krach hier versteht man ja natürlich sein eigenes Wort nicht. Naja. Brütend heiß hier in der Hütte, geile Stimmung, Grölchöre, Pogo, Bier spratzt, einfach nur total geil, ein Tourauftakt nach Maß! Thomas muss sich beim spielen auf die Gitarrenbox aufpassen, das die nicht umgeschmissen wird, Matze spielt im stehen, Claus rennt praktisch dauernd seinem scheiß Mikro hinterher und nur ich markiere hier oben den König. Herrlich! Der Nachteil hier oben auf der Theke ist nur das ich mich gar nicht höre, und nur auf gut Dünken spielen ist schon n bisschen komisch, aber mein Gott.

Und nebenbei schreien ein paar Typen ".sind wir nicht alle n bisschen Schubbert, sind wir nicht alle asozial.". Was? Bitte? Ich glaube es ja nicht, der Schubbert hat Fans in Landau! Unfassbar!

Jedenfalls kommen die neuen Stücke gut an, zum Glück, und beim scheiß Schneewalzer schunkeln wieder alle glücklich Arm in Arm, und bei "16 Ventile in Gold" bricht die Hölle los! Leck mich am Arsch, macht das einen Spaß hier!

Bei den langsamen Stücken freuen sich die Damen ein bisschen tanzen zu können weil die Pogotypen derweil saufen und Thomas hat die göttliche Idee doch gefälligst n Schnäpperken zu ordern, den wir auch sofort kriegen und, wer hätte es geglaubt, umgehend reinfegen. Watt lecker!

Am Ende bringt ein stockstrammer Typ noch einen Klops indem er an der Theke ein Bier bestellen will, und dabei gar nicht bemerkt das er gerade das Mikro plus Claus zur Seite schiebt, wohlgemerkt während dem Spielen. Das wäre wieder ein Bild für die Götter für ein CHEFDENKER-Homevideo, das würde SPINAL TAP aber locker hinter sich lassen!

Naja, alles sehr geschmeidig, super Party, alles friedlich, und am Ende trommelt ein liebevoller Papi seine zwei fertigen Schlabberiro-Söhne zusammen und bringt die artig nach Hause in die Haja. Der arme Papa, musste sich das ganze Spektakel mit antun und hübsch warten bis die Sohnemänner sich brack gesoffen haben.

Claus unterhält sich noch nett, oder eher gesagt er kriegt eine Lebensgeschichte von einer jungen Dame ins Ohr getextet, aber echt nur ganz wenige Stunden. Derweil kriegt Jazzy am Merchstand die T-Shirts förmlich aus der Hand gerissen, perfektomat! Muss wohl am Umsonst-Glühwein liegen, zur Einstimmung auf Weihnachten.

So, ab zum Jan, Feierabendbier, Matze macht daraus ein paar mehr und während sich schon alle abgelegt haben feiert Matze artig mit sich selber weiter und begattet schön der Reihe nach erst mich und dann den Thomas, von dem er sich fast noch eine fängt, weil der nicht in Ruhe pennen kann.

Geschichte am Rande: Unser Fahrer, der mächtige Dr. Frank Kremer, muss dieses Wochenende zu Hause bleiben weil er Aua am Arsch hat. Aber netterweise hat er der Jazzy seinen Schlafsack mitgegeben. Sie packt den also aus, und was sieht sie? Einen ekelhaft versifften Stofffetzen mit dekorativen Ölflecken versehen. Geil, danke.

So, Frühstück macht der Jan auch noch klar, also geschmeidiger geht es ja kaum noch: Alles stressfrei, geiles Konzert, super Publikum, anständig organisiert, ein nüchterner und saunetter Veranstalter, gepflegt saufen, fressen und pennen! Geil! Na dann tschööjj bis demnäxt, auf nach Ulm. Prost.