CHEFDENKER und AMMONIA - 18.11.2005 Oerlinghausen, JZ

Elf Jahre!

Vor elf satten Jahren hatte unser IchsinnderMärzke GRAF DISCO sein erstes Konzert in Altenkirchen mit unserer Schrummelskapelle DIE PHILOSOPHEN! Geiler Bandname. Was haben wir uns bloß dabei gedacht? Jedenfalls endete die Sache damit, dass er eine Stunde mitgespielt hat, weil er nicht mehr Stücke konnte, weil er sich erst vier Wochen vorher einen Bass gekauft hatte. Jaja, dumohls war alles besser.

Jedenfalls hab ich dann da in Altenkirchen mit meinem Schlagzeuger noch mal zusätzlich eineinhalb Stunden rumgepimmelt und Stücke angespielt, und später stand ganz großkotzig im Stadtanzeiger: "Philosophen spielten zweieinhalb Stunden!" Ich dachte echt wir hätten es geschafft!

Ja, und watt macht man so als GRAF DISCO um elf Jahre "Scheiße auf der Bühne" ordnungsgemäß abzufeiern? Er bringt ne Pulle Schnaps mit nach Oerlinghausen!

Beim aufbauen in dem klitzekleinen Konzerträumchen hier kriege ich einen Sentimentalen und sage zum Thomas: "Elf Jahre... und was ist passiert?" Er guckt sich um: "...der Raum ist kleiner geworden."

Musikerkarrieren. Traurig!

Egal, geiles Essen, rund hundert nette Kiddies quetschen sich ins Konzerträumchen, und Claus und ich entschließen uns dazu dass ich heute über der Band auf dem Balkon spiele. Von da aus höre ich zwar mal wieder gar nichts außer Mumpf und Krach, kann also wieder nur auf gut Dünken spielen, aber dafür stört mich auch kaum einer beim trinken. Die Medaille hat immer zwei Seiten. Sehr philosophisch. Hat also doch was gebracht damals!

Und Energie! Die Kiddies hier feiern jeden Ton ab als wäre Claus der Messias, scheißegal wie unglaublich kacke wir auch spielen, und Spaß macht das hier allemal, auch wenn der scheiß süße Caddy nicht mehr nackt spielen darf, weil seine Lady sonst n Anfall kriegt. Das hätte dem mal ne Olle vorn paar Jahren sagen sollen! Jaja, dumohls dumohls.

Aber Thomas feiert sein 11-jähriges Bühnenjubiläum nackt, mit rund einer halben Flasche Schnaps im Kopf, von Bier ganz zu schweigen.

Spaßig alles hier, super Party, alle hampeln rum, ich klettere zwischendurch mal den Balkon runter und spiele einen Song auf Claus´ Schultern, dem ich bei der Gelegenheit einen Nerv einklemme und fast den Arm abreiße, aua aua, klettere wieder hoch und belohne meinen durchaus super gemachten Job mit Bier. Ah. Wie immer: Lecker!

Bei dem KNOCHENFABRIK-Scheiß rasten alle wie gewohnt komplett aus, lecko mio! Ob das später beim CHEFDENKER-Kram auch so ist? Hm. Egal, schnell mal runter von dem scheiß Balkon, wo ich ja doch eher ziemlich von der Party da unten abgeschnitten bin, und unten angekommen entjungfere ich mich im nackt-spielen: Klamotten aus, Pimmel wie ein Propeller rund schleudern, hui, ich glaub ich heb gleich ab, dann den Sack elegant über die tief hängende Gitarre legen und spielen. So geht das also, kein Wunder dass Thomas nicht mehr gerne mit Klamotten spielt! Ist hinterher auch nich alles vollgeschwitzt und sieht auch noch supersexy aus! Nur Vorteile!

Yeah yeah yeah. Und Yeah!

Feier feier, gröl, lustig, und irgendwann, als wir grade unser Set zum zweiten Mal durchspielen wollen (!), müssen wir aufhören wegen Ruhestörung, immer der gleiche Scheiß, aber alle sind zufrieden und beim pennen gehen im Bettenräumchen über der Bühne fegen wir uns noch den Rest Bier und ein bisschen Schnäpperken hinter die Binde, aber mit dick Party hier is nix mehr, dafür habe ich beim aufwachen eine Schraube durch den Kopf als hätte ich die Pulle Schnaps alleine gesoffen, ich will gar nicht wissen wie sich der Rest fühlt.

Geiles Frühstück, immer wichtig, keine Dusche, immer kacke (oder wahlweise Pank), also ab zum nächsten Hallenbad, wo der lässige Putzmann sich überreden lässt dass Jessy, Thomas und ich doch duschen dürfen, obwohl das Hallenbad noch geschlossen hat. Hinterher kommt er an, den Putzlumpen noch in der Hand: "Ey, wenn ihr gleich rausgeht, ne, dann ignoriert einfach meinen Kollegen. Tschüss." Lässiger Typ!

Aber putzt der denn überhaupt schon elf Jahre? Glaub nicht! Prost. KOLLEGE 11/05