|
CHEFDENKER, 2 LHUD, INNER CONFLICT, FRAU AAL, PLAYGROUND ZERO - 19.07.2003 Brühl, JuZe
Also ein Mädel feiert ihren 17. und hat sich eine gute Hand voll Bands ins Jugendzentrum eingeladen. Mutig. Heute Abend mischt der Udo ab, kann ja nix mehr schief gehen. Der hat aber die Schulter kaputt, weil ihn irgend ein Arschloch vermöbelt hat. Beim allgemeinen Tag sagen und Schulterklopfen ziemlich unpraktisch. Alles nette Bands, es wird gekickert und gelacht, nur ein armes, französisches Mädchen versteht kein Wort. Backstage steht genug zu essen und fünf Millionen Liter Freibier und das Mädel versteht das erste Mal den Stress eines Veranstalters. Draußen füllt sich der Hof mit allerhand Skatern, Vorstadtpunks und was sonst noch so rumkreucht und fleucht. Bei der ersten Band sind auch einige dabei und die machen genau wie die zweite Band witzigen Saufpunk und lassen sich von ihren Leuten gebührend abfeiern. Udo lässt seine goldenen Fingerchen flattern und deshalb ist der Sound um vieles besser, als wie man von Punkrockkonzerten gewohnt ist. Dann 2 LHUD, wie bereits letztens ein gutes Konzert, mit verdammt viel Herzblut gesungen und mit rockfremden Klangbildern verfeinert. Joh, man sieht ihnen die Freude an. Ich markiere heute den Fahrerarsch, deshalb kann Disco sich wegen einer langen Nacht wieder gesund trinken. Schon geht es los und wir fleißigen CHEFDENKER-Honigbienchen himmeln erst mal meinen Sender. Scheiße. Ans Kabel gefesselt. Na ja, Vollgas. Riesenspaß die ganze Sache und ein paar Scheinwerfer strahlen mir volle Suppe aus zwanzig Zentimetern in die Fresse. Zwischendurch dachte ich manchmal kurz, ich würde jetzt mal lässig umkippen. Hat aber nicht geklappt. Nun gut, die Leute waren ziemlich angetan und hatten ihren Spaß, so soll es sein. Mitten im Song brechen wir ab um Claus göttlichem Geburtstagsständchen zu lauschen. Hinterher bietet Udo uns an, uns bei Gelegenheit auch noch mal öfters abzumischen. Lieber Gott, Dankeschön. Nach uns INNER CONFLICT. Drumcomputer mit Frauenstimme und sonst Standardbesetzung. Ziemlich cooler Rock mit Hardcore- und sogar Pop-Anleihen. Vorsicht, Klugscheißerei: Ein richtiger Schlagzeuger wäre trotzdem wesentlich cooler. Nichtsdestotrotz eine hübsche Sängerin als Blickfang, viel Spaß bei der Sache und teils sehr gelungenen Songs. Hinterher guck ich allen noch beim saufen zu und lasse mir vom Caddy sagen, das der Thomas doch immer vorm Konzert saufen sollte. Bin ich selbstverständlich gegen. Trotz extrem großzügig gestalteter Bandbiervorräte kommt das Mädel noch mit einem kleinen Plus aus der Sache raus und lässt sich noch gebührend Getränke über den Kopf schütten. Zwei Daddy Memphis-Leute sind auch da und können kaum gerade stehen. Weil se jescheid sin. Irgendwo draußen im dunklen sitzt ein hackenst strammer Typ und erzählt sich selber: "Mann, bin ich ein Wrack!" Jedenfalls alles Geilomat! |