
Was eine ewig lange Scheißfahrt. Rock'n'Roll heißt 90% Roll, 9% saufen
und 1% Rock. Rock sollte ab jetzt klein geschrieben werden, und Roll in
Großbuchstaben: rock und ROLL. Gute Idee!
Vor ein paar Tagen haben die mächtigen GWAR hier gespielt! Mir kommen
die Freudentränen! Aber der Veranstalter ist nicht zu sehen. In Leipzig
ist man halt was gemütlicher. In der Zeit zeigt uns ein Mädel unsere
Schlafplätze in ihrer Hütte, gibt uns ihre Schlüssel und verpisst sich.
Na gut, die lässt ein paar fremde Spinner einfach so unbewacht in ihrer
Wohnung pennen. Na, das ist doch mal lässig. Oder vielleicht machen wir
auch einfach einen so harmlosen Eindruck. Wer weiß. Jedenfalls tanzt
hier in der Gegend von Läipzsch nicht grade der Papst im Kettenhemd,
aber eine Straße weiter ist die Moritzbastei, die wir schon mal in
Grund und Boden gerockt haben. Mann sind wir geil.
Leider kommen nicht so furchtbar viele Leute, weil überall noch andere
Konzerte sind, und die erste Band legt mit Norddeutschem Akzent ein
feines Hardcorebrett ab, während es sich ein paar Nachwuchsasseln
direkt vor dem Merchstand auf dem Fußboden in einem Durchgang gemütlich
gemacht haben und pennen. Eins mit Sternchen! Dann wir mit Konzert
Nummer 64! Energie. Auf der Bühne werden Schnäpperken gefegt, ein paar
Leute feiern uns ab als gäbe es keinen Morgen, manche gaffen einfach.
Hab ich kein Problem mit. Auch hier macht die Sache zwar Spaß, der Sound ist super, aber leider ist es schon
wieder ein eher
unspektakuläres Konzert, wo nicht viel passiert. Schade eigentlich. Wir
haben aber trotzdem Spaß in den Backen und alles ist auch
ohne jegliches wirkliche Highlight in Butter! Natürlich ist wie immer
alles dabei: Verspieler, Monitorboxenrumgeturne, Gottansagen, der Song
mit dem Schneewalzer und entsprechende Tanzeinlagen und der ganze
Scheiß den man so als lustige Rockband klarmacht! Also man könnte fast
schon von sich einschleichender Routine sprechen, also so was aber
auch. Vielleicht sollten wir einfach mal auf die Bühne scheißen! Will
das jemand sehen?
Danach spielt noch eine Punkrockcoverband, die allerdings die ganzen
wirklichen Hits auslässt, egal, wir saufen uns dabei lustig den Arsch
zu und ein Kerl bringt die ganze Zeit Schnäpperken bis ich abwinke.
Alles geil. Auf dem Weg zum Pennplatz macht der Matze mal kurz auf der
kalten Straße Haja, und Flo muss ihn holen und hinter sich
herschleifen. Na ja. Am nächsten Morgen gibt es ein cooles,
improvisiertes Frühstück von dem Veranstalter, der glatt der kleine
Bruder vom Gammelmike aus Trier sein könnte, und dann geht es für alle
kacken und ab nach Hause. Hörst Du das Gras? Es wächst am Straßenrand,
nicht nur zum Spaß! Prost.