| CHEFDENKER, MUFF POTTER, HAGBARD CELINE u.a. - 25.06.05 Heidenburg,
Rack am Rong Festival
OK! Nach 12 Stunden schaufeln steige ich in den Bus und wer sitzt da? Der mächtige Caddy! Der hat nämlich grade mit seiner Spaßkapelle WOHLSTANDSKINDER nichts zu tun und spielt Vertretung fürn Matze, der ein halbes Jahr in der Weltgeschichte rumschippern will. Aber heute schon? Ey, da kann man mal sehen, ich bin nicht mehr auf dem neuesten Stand, nicht mal bei meiner eigenen Band. Aber egal.
Jau, Pennplätze gibt es nicht, aber man kann hinter der Bühne zelten. Jazz war gestern schon hier, weil die ja jetzt ordnungsgemäß für den PASCOW-Mercher die Schere macht, und hat für uns irgendwo irgendwelche Plätze klargemacht. Na, das kann ja heiter werden. Alles scheißegal! Wir sind für ein Uhr Nachts eingeplant, und ich erwarte nicht, dass da noch jemand stehen kann, geschweige denn zuhört, zumal die Bands alle schon über eine Stunde Verspätung haben, entsprechend schrauben Thomas und ich uns die Köpfe ab, Prost. Unser Bandmaskottchen an der Mosel, J.T., ist auch da, aber leider ohne ihre Schwester. Schade. Dafür sind aber HAGBARD CELINE da, und Chris säuft seit zwei Tagen durch, was man unschwer an seinem genialen Wortschatz erkennen kann: "Na, Chris, wie geht's?" Chris: "Hauptsache n Loch." Den Satz bringt er so drei Mal die Minute. Eieiei, wie wärs mal mit pennen? Aber nö. Quatsch. Pennen ist kein Pankrok!
Derweil esse ich dem Matzomaten zu Ehren ein paar Bütterken, allerdings mit lecker Bockwurst drauf, das möge er mir nachsehen! Nach MUFF POTTER spielen wir. Wohlgemerkt: Nach! Nicht vor! Hähä! Und siehe da: Es sind ja doch noch Leute da. Scheiße! Jetzt bin ich brack. Ey, da will man einmal in Ruhe saufen, und jetzt wollen die von mir auch noch Musik hören. Na, da bin ich aber sellba ma gespannt wie ein Flitzebogen! Caddy hat ein schickes Turbomützchen aufm Kopp und ne schicke Fliegerbrille auf der Nase. Mitten in der Nacht. Ja dann kann ja nix mehr schief gehen: CHEFDENKER, Edel-Deutschpunk aus Köln, Energie! Jau, alles fluppt super, bis auf einige, wenige, kllllitzekleine Spielfehlerchen, die natürlich keine Sau mehr mitkriegt, alles brüllt mit, aber getanzt wird nicht, weil man allerseits drauf achten muss nicht umzukippen. Aber dass jetzt noch, so um zwei Uhr Nachts, so viele Leute da sind, wundert mich wirklich! Zähes Publikum hier in Trier! Aber die Atan ja auch wie bescheuert, also keine Kunst. Schnief schnief. Die Iros sitzen ganz fleißig vor der Bühne und bewegen sich nicht. Aber als ich während einer Ansage n Becher Bier verschenken will da - schwupps - stehen sie plötzlich wie eine Eins in Reih und Glied!
Supergeil: Irgendeine Lady, latten wie Hölle, macht am laufenden Meter Fotos und erzählt mir bei jeder sich bietenden Gelegenheit groß und breit wie unglaublich fotogen ich doch bin. Während dem Spielen! Ey, nett, aber ich wollt hier grad ma n paar Tönchen klarmachen. Irgendwann ist kein Bier mehr auf der Bühne. Watt? Absolute Unverschämtheit! Frechheit! Ich spiel hier keinen Ton mehr bis nicht.aah.da kommt ja schon der scheiß süße, mächtige Kremer mit mehr vollen Bierbechern als ein Mensch für gewöhnlich tragen kann. Hah, dann können wir meinetwegen weitermachen. Gö! Während "Wir wussten nicht was Liebe ist" machen wir statt ein bisschen Schlagzeugrumwichserei lieber "Disco Verräterschwein", watt Caddy mit dem linken Fuß und mit überkreuzten Händen spielt um der filigranen Schlagzeugtechnik vom Neiß von den SUPERFREUNDEN gerecht werden zu können. Was man natürlich nie so ganz so genial wie das Original hinkriegen kann, aber immerhin! Während Claus´ Sprechstunden zwischen den Stücken will Caddy die ganze Zeit weiterspielen, aber Claus hat was zu erzählen, was Thomas und ich gar nicht so furchtbar schlecht finden, weil das Bier dann nicht schal wird. Also das absolut Wichtigste am heutigen Konzert, merke ich so langsam, ist Bier! Prost! Obwohl: Wann ist es das mal nicht? Naja, jedenfalls ein geiles Konzert, absoluter Riesenspaß, hätte ich wirklich vorher nicht gedacht, und weil der Chor beim Punkrockkavalier so geil ist verschenken wir noch äußerst großzügig Filmriss, und genau da bricht natürlich noch mal die Pogohölle los. Daumen hoch! Geil! Jau, alles geilomat, Konzert Ende und sogar noch Bier (Wort des Tages) da! Ich bin be-geistert! Möhre steht auch schon wieder auf beiden Beinen, ohne Hilfe, ich bin beeindruckt, allerdings direkt amtlich nicht vor dem Tresen, sondern dahinter, direkt am Zapfhahn! Und wenn nix mehr klappt, den Weg findet sie scheinbar noch. Geil ist auch der Typ, der schon die ganze Zeit Backstage mit einer Playstation vorm Fernseher sitzt und ununterbrochen die neue TURBONEGRO hört. Scheiß aufs Festival, scheiß auf die Bands, hier läuft ne gute Platte! Spitzentyp! Jedenfalls fahren wir dann doch noch nach Hause, keine Ahnung was jetzt mit den scheiß Pennplätzen los ist, nur Thomas findet es hier so geil, das er lieber nicht mit will. Ist ja noch Bier da. Disziplin! Die hat auch die Fotolady, die mir noch mindestens eintausend Mal erzählt, dass ich doch ziemlich fotogen bin. Hab ich mir fast schon gedacht. Bin schon n geiler Typ! Tja, da hat das Trierer A-Team mal wieder saubere Arbeit geleistet und ein feines Festival für schmales Geld aus dem Boden gestampft, was ich ruhigen Gewissens lässig abnicken kann! Außerdem hatten wir jetzt MUFF POTTER als Vorband! Aber wer ist überhaupt MUFF POTTER? Prost. KOLLEGE 06/05 |