CHEFDENKER und TOWER
BLOCKS - 26.03.2004 Jamm, Senftenberg
Zehn Stunden in den tiefsten Osten gurken, und ich dachte, mit unserem Bus wäre das super. Ist es aber nicht! Ist totale Scheiße! Erst mal hat man viel zu viel Platz, man weiß gar nicht, was man damit anfangen soll. Dann drücken einem keine Gitarrenhälse ins Auge (langweilig), und die Beine tun einem auch nicht weh, weil man die dämlicherweise ausstrecken kann. Der Scheißbus kommt mir weg, und der Fiat Tipo kommt wieder an Land! Basta!
Na ja, Dank des wiedergefundenen LILI-Proberaumtapes, einer Tittenzeitung und hunderttausend Fürzen, die wir abfeiern, überleben wir auch das und kommen in einem kleinen Nest an, wo wir die TOWER BLOCKS-Jungs kennen lernen, deren Sänger auch Frontmann von der ZUSAMMROTTUNG ist, die aber zur Zeit ein kreatives Päuschen einlegen. Der Laden wird scheinbar nicht großartig organisiert, da passiert alles so über den dicken Daumen gepeilt, die sind da sehr sehr entspannt in allem. Ich schätze mal so um die 40 Männeken verirren sich in den (und in dem) Schuppen, und uns wird gesagt, daß das noch viele Leute sind, für das kleine Dorf, wo gegen Ende des Monats kaum noch einer Geld hat. Naja, TOWER BLOCKS spielen auf und zelebrieren feinen Punkrock mit gutem Asselfaktor, und ein paar Iros pogen geschmeidig in der Gegend rum, und der Rest ist eher stiller Betrachter. Ziemlich cool finde ich, das hier neben den Nieten-Iro-Jungs auch die breite-Hosen-Basecap-Fraktion wie selbstverständlich dabei steht und mittrinkt, und sogar SLIPKNOT-Fans sind anwesend. Und sieht nicht aus als soll das ein Witz sein! Die wissen, was sich gehört! Gut, wir sind dran. Thomas hat seinen Pornobalken (Rotzbremse) artig die letzen zwei Wochen gezüchtet, und entsprechend geil kommt er daher. Die in Gel eingelegten, zurückgefegten Haare tun ihr übriges. Der Sound geht so, und ein paar Mädels tanzen. Doch, nett anzuschauen. Frank, unser Fahrer, ist schon wieder so stramm, das er mir die ganze Zeit auf den Keks geht von wegen "mehr posen" und so, aber zum Glück trage ich Kajal, da bin ich unantastbar, und mit einem Uhrwerk hinter mir als Schlagzeuger muss ich mir ohnehin über nix Gedanken machen. Die Ballade singt der Clausi sitzend auf der Bühnenkante, stimmlich heute in Gröhl-Bestform, und ansonsten rocken wir selbstverständlich alles platt was geht. In Punkto Schnelligkeit kann sich wohl keiner beschweren, ich krieg kaum noch ein Solo sauber hin, aber zum Glück interessiert das ja keine Sau. Iros wie Basecaps belächeln die Rumposerei oder fühlen sich sogar gut unterhalten, aber die meisten Oi-Jungs finden das ziemlich überflüssig. Aber nun gut, das war es dann auch schon, hat Spaß gemacht, den Leuten denke ich auch, aber wir haben uns nicht gerade in Ruhm gebadet. Sonst ist nix großartiges passiert. Egal. Dafür haben wir wieder hervorragenden Merch-Kram, den sich Jazz in ihrer nahezu unendlichen Genialität aus dem Hintern gezogen hat: Neben den üblichen Bütterken, mit Wurst und Käse, gibt es auch Beileidskarten, von uns unterschrieben, mit individuell angefertigtem Text. Also wenn sich einer beim pogen aua getan hat, oder einer kein Geld hat, um sich ein T-Shirt zu kaufen, oder oder oder... Ein paar Leute feiern das stehenden Fußes ab! Weilsejescheitsinn. Ja, Konzert ende, die meisten verpissen sich, der Rest haut sich die Hucke zu. Unser Kram kann leider nicht weggeschlossen werden, also nächtigen wir einfach auf dem Boden daneben. Jippie. Morgens geht es in eine Punker-WG duschen (leider nicht frühstücken), und die Jungens und Mädels, die da wohnen, machen auch nahtlos fleißig da weiter, wo sie vor dem umkippen aufgehört haben. Echt anständig. Aber wir können da gerade nicht mitmachen, weil wir nämlich eine CHEFFREIZEIT-Aktivität geplant haben, die keinerlei Aufschub duldet: Hallen-Minigolf in den Bahnengolfanlagen in Schwarzheide, Nähe Senftenberg! Gö! So. Nun, hier ganz exklusiv, der gleiche Bericht noch mal, aber im Stil einer anderen, sehr erfolgreichen Punkrockband geschrieben. Wir sinn de Lustigsten! Auf geht´s: Um sechs Uhr morgens hat mein Wecker geklingelt. Ui, das war aber vielleicht früh! Aber das musste so früh sein, weil wir uns schon um acht Uhr am Proberaum treffen wollten, weil wir ja ganz weit fahren mussten. Zehn Stunden nämlich. Denn an diesem Tag ging es nach Senftenberg. Das liegt im Osten. Also aufgestanden, am Sack gekrault, kacken gegangen (sehr sämig!), die Zähne geputzt mit Dentagard (die nehme ich nicht immer, manchmal auch die ausm Aldi!), angezogen (Jeans und ein rotes CHEFDENKER T-Shirt, Größe M), und schnell noch was leckeres gefrühstückt. Toast, glaube ich. Mit Fleischsalat. Hmm, lecker.
Ich wollte eigentlich den Clausi anrufen und fragen, was er denn so gefrühstückt hat, und ob er vielleicht auch sogar Toast isst. Das wäre ja vielleicht witzig, was? Aber habe ich dann doch nicht gemacht.
Hach ja. Dann habe ich mich in die Bahn gesetzt. Die ist zum Neumarkt gefahren. Da bin ich umgestiegen. In eine andere Bahn. Aber nicht in die Gleiche (haha, das war doch nur ein Witz). Diese Bahn ist bis vor den Proberaum gefahren. Da bin ich dann ausgestiegen. Dann habe ich einen Kaffee gekauft. Da habe ich Milch reingetan. Und Zucker. Ich trinke Kaffee oft so. Dann bin ich zum Proberaum gegangen. Alle waren zu spät da. Nur ich nicht. Der Matze muss immer so viel schlafen. Und der kann nicht so gut morgens aufstehen. Der war auch noch sehr müde. Dann hat der Claus gefurzt und das abgefeiert. Und der Thomas hat auch oft gefurzt, weil der gestern schon wieder zu viel getrunken hat (Mensch Thomas, hör doch mal auf so viel zu saufen!!!!!). Ich habe nur einmal gefurzt, aber der war so leise, den hat keiner gehört. Aber dafür hat er gestunken. Dann sind wir aufgebrochen. Der Frank hat den Bus gefahren. Der kann gut Bus fahren, und gut uppmaachen. Sonst kann der nix. Nicht mal mein Geld zurückgeben, was er mir noch schuldet. Dann haben wir Musik gehört: LILI, ROTTEN APPLES, DIE PARASITEN, BASH, CASANOVAS SCHWULE SEITE, irgend einen Müll den der Clausi mal aufgenommen hat, und viel Metal wie KILLSWTCH ENGAGE. Ich mag KILLSWITCH ENGAGE, ich habe die sogar schon mal live gesehen. Aber der Claus war dann irgendwann genervt von so viel Metal und KILLSWITCH ENGAGE, da hat er einfach so eine andere Kassette reingetan. Aber wir haben übrigens kein richtiges Tapedeck, nur einen Kassettenrekorder. Total witzig: Der stand im Proberaum, und den haben wir einfach so mitgenommen und Batterien dafür im Lidl gekauft. Die waren auch gar nicht so teuer. Drei Euro oder so. Man denkt ja immer, Batterien wären so teuer. Sind sie aber beim Lidl nicht. Dann hatten wir eine lange Fahrt vor uns. Der Thomas hat immer gefurzt, und das hat vielleicht gestunken, igitt. Aber wir mussten trotzdem immer lachen. Und der Thomas hat vorher Bier gekauft. Aber mit dem trinken wollten wir warten, weil wir uns ja immer erst hinterher betrinken. Na gut, eins zwei Bier um etwas locker zu werden (hihi, das ist ein lustiger Spruch von den SUPERFREUNDEN aus dem Emsland, mit denen wir wahrscheinlich irgendwann eine schäbbige Split-EP rausbringen). Die Fahrt war sehr lang. Zehn Stunden. Aber, was ein Glück, wir haben ja einen Bus. In Senftenberg selber war dann so ein Typ mit grünem Iro. Der hieß auch Thomas. Lustig, unser Bassist heißt auch Thomas. Ist ja derselbe Name. Dat gibbet doch nitt. Da gab es einen Backstageraum, der sehr kalt war. Die Konzerthalle selber war auch kalt. Aber zum Glück gab es da so ein Ding, das wie eine tragbare Heizung ist. Das hat er dann angemacht. Hat aber nix genutzt. War immer noch kalt. Naja, wir machen ja auch Punkrock, da müssen wir durch (hihi).
Dann kamen Leute. Nicht viel, aber dafür wenig. Manche haben Bütterken jekooft. Eine hieß Mandy, eine hieß Sandy und eine hieß Jaqueline. So heißt aber von uns keiner aus der Band. Dann haben TOWER BLOCKS gespielt. Das ist die andere Band, die auch da war. Dann haben wir gespielt. Dann haben wir abgebaut. Dann haben wir alles in den Backstageraum getragen. Dann haben wir uns alle ein paar Schnäppaken reinjefecht. Der Claus hat aber nur Mineralwasser getrunken, weil der nämlich keinen Alkohol mehr trinkt. Und in Schnaps ist ja Alkohol. Deswegen kann der Claus den nicht mittrinken. Dann haben wir uns mit den Besuchern unterhalten. Das waren meistens Punker, die waren ganz schön betrunken, huiuiui! Einer hat ganz schön getorkelt. Also das der nicht gekotzt hat wundert mich doch sehr! Bestimmt hat der noch draußen gekotzt. Spätestens aber zu Hause, da könnt ich drauf wetten! Hach, da habe ich mich vielleicht doll auf meine Dusche und mein Bett zu Hause gefreut, so sehr hab ich gestunken. Aber der Matze und alle anderen bestimmt auch.) |