| CHEFDENKER und POPZILLAS - 28.10.05 Göttingen, Musa
Ich hüpfe also direkt von meiner Hauptbeschäftigung Hosen schaufeln (geschmeidig wie ein Bahnhofs-Blowjob!) in unseren Tourbus, und während Thomas und Caddy kräftig ein paar Bier trinken frage ich nett nach ob wir denn heute Abend ausnahmsweise mal alle gleichzeitig dieselben Stücke spielen, und nicht einer stockstramm nur so dasteht, nackt. Scheint angenommen, der Vorschlag. Prima! Meine Carolita macht heute Merch-Vertretung für unsere Jessi, die irgendwie lieber bei ihrem Freund rumhängen möchte, sowas aber auch, und während die POPZILLAS in schicken Anzügen wirklich guten Frauengesangpop abliefern füllt sich der (für Punkrock eigentlich viel zu große) Raum recht nett mit ziemlich ruhigen Leuten, ein paar Iros und natürlich Fans von nackten Pimmeln. Die Sängerin ist ganz nebenbei Mitbegründerin der mächtigen HEROINES! Aber dann haben die sich jetzt irgendwie ganz unnötig verkracht oder watt, keine Ahnung. Ja, jedenfalls als wir dann dran sind geben Thomas und Caddy dem Publikum was es verlangt: Piepmänner! Direkt zwei an der Zahl! Aber schön artig erst nach ein paar Stücken, so dass sich Thomas beim ausziehen amtlich abfeiern lassen kann! Yeah und noch mal yeah! Sound geil, Publikum zurückhaltend, und in den ersten Reihen wie üblich ein bisschen Pogo: Die Jungs in den ersten Reihen machen sich schon ihre Party. Sauf. Gröl. Lustig! Aber man merkt: Wir sind schon etwas weiter im Norden, da kann man die Leute höchstens mit TOCOTRONIC-Coverversionen aus dem Häuschen bringen. Aber wir essen ja auch keine Katzen! Bei „Nazis raus“-Rufen (richtig so!!) betont Claus noch kurz das der Führer scheiße war und überhaupt hat er scheiß Autobahnen bauen lassen. Na, da hat unser Cläusken aber ma wieder Recht! Ja, Rockshow ahoi, macht wie immer richtig Spaß, und dieses Mal ist es fast soweit: Beim hoch hüpfen auf die Monitorbox, was die letzten Songs über prima geklappt hat, flitscht die scheiß Box unter meinen Füßen weg und ich lege eine erstklassige Turnübung hin um wieder aufrecht zu stehen. Um Haaresbreite fast das erste Mal so richtig schön mit Pauken und Trompeten auf der Fresse gelandet. Das Glück ist mit den Dummen! Und endlich hängen mal in erreichbarer Höhe ein paar Stahlträger, ich also hepp da hoch, mit einer Hand oben festhalten, und mit der anderen Hand ein unglaublich fähiges Ein-Hand-Tappingsolo klarmachen: Fiep fiep tüüt fiep tüüüt! Dann plumps ich wieder runter auf die Bühne, weil die Stahlträger unter der Decke einfach viel zu dick sind um sich mit einer Hand länger dran festhalten zu können, macht aber nix, ich lasse mich heldenhaft abfeiern als hätte ich Entertainment ganz neu erfunden! LOOK at me!! Joh, Konzert wieder zu Ende, und Claus macht noch mal ganz geschmeidig akustisch „Angela“ klar, zum schreien, während wir uns Backstage am super Essen vergreifen und dabei auf die Idee kommen doch Breakin the Law spielen zu müssen! Also hepp, wieder rauf auf die Bühne, und Metal ist the Law! Also in AUSGANG OST-Besetzung grad mal JUDAS PRIEST in die Masse schmettern, keine Ahnung ob das jemand cool findet, ist aber auch egal, weil Claus schon bereit ist für die nächste Strophe „Angela“, natürlich akustisch! Und los! Zum wegkringeln! Und dabei natürlich noch oberamtlich die Akkorde zusammensuchen! Und die Leute stehen mit einer Engelsgeduld da und hören sich an wie Claus den Text nicht mehr hinkriegt und irgendwas davon singt von wegen „es wird doch jetzt langweilig ihr könnt nach Hause gehen…“. Aber nix! Die wollen noch mehr. Ja, watt denn noch? Aha: Höllenfeuerlicht! Von der besten Platte der ganzen Welt, von CASANOVA´S SCHWULE SEITE: Das Rock ´n´ Roll Imperium schlägt zurück! Und sogar mit der Hälfte der Original-Besetzung, Caddy und Claus! Nur das heute der Gitarrist wesentlich cooler und besser und geiler ist als in der Originalbesetzung und der Bassist n dickeren Pimmel hat, wie alle unschwer erkennen können… Egal! Energie! Mordsspaß! Die Sonnenbrille ist hier Pflicht, sie schützt die Netzhaut vor dem Höllenfeuerlicht! Aber auch die schönste Wurst hat mal ein zweites Ende, der Mischer dürfte mittlerweile eingeschlafen sein, naja, Ende, danke danke, abbauen, und beim losfahren liegt ein Kerl draußen in der Kälte auf dem Boden und macht haja, ansonsten ist hier gar nichts mehr gebacken. Och nöö, was ein süßes, kleines Nest! Wie Morsbach, nur in noch kleiner. Das geht doch fast gar nicht! Aber trotzdem n geschmeidiger Veranstalter, kann man echt nicht meckern! Damit wäre CHEFDENKER-Konzert Nummer 75 (Nummer 20 in diesem Jahr!) ziemlich cool klargemacht! Naja. Ich halte im Bus ein kurzes Schläfchen und gehe beim aufwachen direkt wieder meinem Blowjob nach: Hosen falten. Geil! Von der Bühne an die Schaufel. Cooler Plattentitel. Prost! KOLLEGE 10/05 |