CHEFDENKER, BETONTOD, DÖDELHAIE - 28.11.2003 Geschwister-Scholl-Haus, Neuss

Sechs Bands an einem Abend. Mutig. Abgesehen von der Materialschlacht und dem Zeitplan auch fast schon eine kleine Zumutung für den geneigten Hörer. Aber super organisiert, super Essen, sehr sehr nette Leute, alles sehr geil.

Jedenfalls feier ich einen Nachwuchs-Metaller ab, der unter anderem Sryper-Aufnäher auf seiner 1a Kutte trägt, und überrascht ist, das ich die Band kenne. Na ja, bin ja auch schon groß. Den Raum hatte ich viel größer in Erinnerung. Scheiß Sauferei. Wir müssen sehr früh ran, deshalb ist der Raum leider nicht mal halb voll und die Leute stehen rum. Ist ja auch normal. Je früher desto nüchtern. Allerdings sind wir auch schon sehr verwöhnt. Macht aber trotzdem sauspaß zu spielen und zu posen, als gäbe es keinen Morgen. Bilanz war glaube ich eine Beschwerde von wegen zu viel Poserei. Geht doch! Mein orangefarbenes Shirt hat bis jetzt seit Monaten keine Waschmaschine mehr gesehen - Mann, bin ich geil! Das Konzert wird von Computerheinis live ins Netz übertragen - coole Idee. Beim Punkrockkavalier streut der Claus geschmeidig eine solide Bluessession ein - alleine - und ich brech ab vor Lachen. Ein paar Leute findens auch irgendwie witzig, der Rest versteht nicht was das soll. Das Set muss aus Zeitgründen auf die Hälfte verstümmelt werden, was aber auch praktischerweise dazu führt, dass wir früher anfangen können kräftig zu schütten (Uppmaachn!).

Irgendwie darf hier nicht jeder Buttons verkaufen, wie er das will. Komisch. Wir feiern kräftig die Kassierer ab, die auf ihrer neuen Platte Jahrzehnte an Punkrock-Kultur in einem einzigen Satz zusammenfassen: "Das schlimmste - ist wenn das Bier alle ist!".

Betontod und Dödelhaie lassen es gewohnt krachen und alle gehen tierisch ab. Claus schenkt mir einen Parasiten-Anstecker. Meine fast-Lieblingsmädelsband. Betontod wollen unsere Merch-Lady Jessi abwerben. Auch wenn sie heute keinen Rock trägt - verständlich. Den Thomas kriegt man einfach nicht ins Auto zum nach Hause fahren. Nerv! Aber nur, weil er noch Bier mitnehmen muss. Ach so, wär ja auch das schlimmste! Seinem Betteln, noch auf eine Party zu fahren, obwohl es bald hell wird, geben wir nicht nach. Sonst spielt er morgen wieder nackt. Ach, und wo ich gerade Jeanette Biedermann im Fernsehen sehe: Wir haben uns darauf geeinigt, dass die Frau super ist, solange sie die Fresse nicht aufmacht. Weder zum singen, noch zum reden. Und das Wunder geschehen, sieht man an der Einsicht der unsäglichen "No Angels", die O-Ton zu ihrem ersten Video gesagt haben: "Wir sehen aus wie gecastete Nutten". Was soll man dazu noch sagen? Richtig! Nicht das es interessant wäre, aber dann habe ich es mal gesagt. Na ja, war ein schöner Abend! Prost!