CHEFDENKER, SUPERFREUNDE, BLUFF - 29.11.2003 Juz Spunk, Spelle
UNGLAUBLICH! Spunk in Spelle, kleiner Raum, es wird gegrillt, sehr nette Leute. Das
Mikro wird vorsorglich an die Decke gehängt, damit die Sänger das nicht die ganze Zeit in die Fresse kriegen. Leute kommen, Raum voll, BLUFF fangen an, rocken cool und haben auch melodiöse Stücke und ein bisschen Ska im Gepäck. Sehr gut. Dann die SUPERFREUNDE. Ein Kapitel für sich!
Auf der Seite von denen sieht man die drei komplett und total durchgeknallten Jungs in Strapsen und BH nackt mit Hitlerbärtchen auf einem Mopped. Die Songs gehen alle eine knappe Minute, beginnen alle mit 1-2-3-4, sind superstumpf und textlich geht es in erster Linie darum, dass Frauen Scheiße sind (Auszug: "Habt ihr schon mal ein intelligentes Gespräch geführt? Ich schon, aber noch nie mit einer Frau!"). Also ganz ganz groß. Der beste "Song" ist ein Interview, in dem sie sich selber abfeiern. "Warum heißt ihr SUPERFREUNDE?" "Wir sind Freunde, wir sind super, wir sind Superfreunde." "Was ist eure politische Message?" "...mit Luftgewehren auf Flugzeuge
schießen." Verdammte Scheiße, ganz weit
vorne!
Na gut, oben warten die Leute auf die SUPERFREUNDE, unten ziehen sich die Jungs um: Strapse, BH, Oberlippenbart nachschminken. Die wollen unbedingt auf ihrem schwarzen Mopped vor die Bühne fahren. Die Jungs also raus, auf das
Mopped, das Ding springt nicht an. Die fangen an, an dem Ding rumzuschrauben. In Strapsen. Während drinnen die Leute warten. "Hol ma dat Auto her, Starthilfe...". Brumm Brumm, "...ah, geiler Sound...". Dauer,
dauer. Irgendwann fällt denen ein, daß die noch gar nicht ihre Instrumente auf der Bühne haben. Interessiert aber nicht so sehr, weil ja das Scheiß Mopped nicht anspringt. Das ist ja viel wichtiger als zum Beispiel die
Snare. Der Neiß, der Drummer, weiß ohnehin nicht mehr, wo er die hingetan hat. Och joh nu. Unglaublich. Irgendwann, nach vielen Versuchen das Mopped ans laufen zu bringen, entschließen sie sich, vor die Bühne schieben zu lassen. Also alle drei auf den Bock, jeder muss helfen schieben. Rein in den Raum, vor die Bühne. Umkippen. Benzin läuft aus. Drumherum stehen die Leute und rauchen. Ab auf die Bühne,
die Leute feiern die Band ab, ohne das auch nur ein Ton gespielt wurde. Geht ja auch erstmal nicht, ohne Instrumente. Hier fehlt ein Kabel, holen. Dauer. Dann ist eine Seite gerissen. Wechseln. Dauer. Die Leute feiern alles gnadenlos ab, sogar die sinnlose Rumschreierei ohne Instrumente während der Wartezeit vom "Sänger" Bauer Bühl. Dann wird eine potthässliche, grüne Kinder-E-Gitarre (Explorer!) ausgepackt und los! "Superfreunde kann niemand trennen, Superfreunde sind nie allein! Weil Superfreunde niemals vergessen, füreinander da zu sein!" Alles säuft, lacht, schunkelt, meine Fresse: Grandios! Der Drummer haut sich aufgrund seiner ungemein geschmeidigen Spielweise das Becken zu Brei. Egal. Weiter. Saufen. Krach. Zu fast jedem
Erst mal zu Ende lachen, aufbauen, CHEFDENKER. Alle gehen ab wie Sau, wir sind die meiste Zeit damit beschäftigt, den Leuten auszuweichen, die uns vor die Füße fallen, weil der Raum so klein ist. Saugeil! Unsere hochmoderne, super ausgefeilte Pyroshow
Sylvester - Tischfeuerwerk) sieht ungemein sexy aus. Claus spielt zwei Gitarren durch und rettet sich mit unserer letzten gerade so über die Ziellinie. Wir "covern" kurz noch Superfreunde von den Superfreunden und, was soll ich sagen, ein wirklich unglaublich geiles und spaßiges Konzert geht zu Ende. Mir wird gesagt, es war eines der zwei Besten überhaupt im Spunk.
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